Danke Mario.

Am 23. April 2013 war es endgültig um mich geschehen.

mario

Es war keine leichte Zeit für mich. Ich musste aus gesundheitlichen Gründen meinen Bundesfreiwilligendienst bei den Naturfreunden kündigen und verbrachte die gesamte Zeit von Februar bis Mai mehr oder weniger alleine zu Hause, da meine Freundin während ich wach war schlief und während ich schlief arbeitete. Die einzige Freude, die mir in einer Zeit aus Depression und Cannabiskonsum geblieben war, war der Fußball und dieser dafür um so mehr. Der FC Bayern war bereits deutscher Meister und würde am 1. Juni gegen den VfB Stuttgart das DfB-Pokalfinale bestreiten. Es galt an jenem Tag zu Hause gegen den FC Barcelona eine gute Figur abzugeben, um nach dem Rückspiel eine Woche später in Barcelona ins Finale einzuziehen.

Ich war nervös, aber nicht weil ich fast kein Geld besaß oder die Mischung aus Depressionen und Cannabis mir aufs Gemüt schlugen, sondern weil ich Angst hatte das der FC Bayern in dieser Saison im FC Barcelona seinen Meister finden würde. Für Außenstehende mag das ganze furchtbar peinlich klingen, für mich war es in dieser Zeit absolut logisch. Ich hatte mein Leben ausgeklammert und die Geschicke des Münchner Fußballclubs in den Mittelpunkt meiner emotionalen Befindlichkeiten gestellt. Rückblickend war das wohl die beste Entscheidung, wurde der FC Bayern doch Triplesieger und ich konnte den Sommer 2013 glücklich und entspannt verbringen. Doch zurück zum 23. April 2013. Ich konnte vor lauter Nervösität gar nicht erst einschlafen und lag wie im Delirium auf dem Sofa im Wohnzimmer herum. Irgendwann stolperte ich im Internet über einen Artikel der Bildzeitung, laut dem du, der sowohl gut aussehende als auch talentierte Dortmunder Kicker Mario Götze, zum FC Bayern wechseln sollte. So wirklich realisierte ich das ganze erst einmal nicht, erst als ich gut 5 Stunden später immer noch auf dem Sofa lag, schaltete ich Sky Sport News HD ein und begann zu realisieren, dass mein seit langem gehegter Wunsch in Erfüllung gehen sollte. Der wohl schönste deutsche Fußballer, ein sowohl technisch als auch taktisches Genie, sollte zukünftig für den Verein meines Herzens spielen. Mit dem 4:0 setzten deine zukünftigen Mannschaftskollegen dem Tag dann noch die Krone auf und am Ende meines aus Cannabis und Depressionen bestehenden Tunnels erblickte ich ein Licht.

Heute bist du ein wichtiger Teil der von Pep Guardiola trainierten Mannschaft, triffst und jubelst regelmäßig im roten Trikot und bin Student, arbeite ab und an in einem Cafe und komm deutlich besser mit meinem Leben zu Recht als noch vor einem Jahr. Danke für alles, Mario.


0 Antworten auf „Danke Mario.“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


neun − drei =