Archiv für Juni 2014

Hier entsteht ein Demotape.

+++EINE BOTSCHAFT DER TECHNORAPFORMATION PRSLM+++

Guten Abend,
liebe Genossin, lieber Genosse des gepflegten Technoraps.

Während in Brasilien Fußball gespielt wird und in Berlin die Polizei gegen Refugees und deran Sympathiesant*innen vorgeht, haben wir zwei Songs überarbeitet und neu aufgenommen, die bereits seit Beginn an durch den Perousalem-Kosmos schweben und schon beim ersten Gig von ‚Perousalem Diary‘ in Renningen dargeboten wurden und auf der sagenumwobenen ‚Techno Techno USA EP‘ zu finden waren. Da die Vergangenheit nun ruhen kann und wir die üblichen Tracks, die irgendwann mal in den Perousalem-Kosmos kamen, bis auf weiteres erstmal links liegen lassen, widmen wir uns nun neuen Heldentaten und arbeiten nun an einem DEMOTAPE, das wir hoffentlich auch einiges Tages als selbiges veröffentlichen könne und werden. Damit wir aber nicht, wie bisher immer irgendwann stecken bleiben, alles hinter uns werfen und quasi von vorne anfangen, benötigen wir DEINE Hilfe. Hier entsteht ein Demotape und DU kannst dabei sein. Investiere einfach jetzt ein paar Euro in das sympatische Duo und verdiene mit am (höchtswarscheinlich) enorm ausfallenden Gewinn des, als Freedownload erscheinenden, Demotapes.

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Die GJB und der Al Quds Tag


‚Am 26. Juli wer­den wie­der meh­re­re hun­dert An­ti­se­mit*innen durch Ber­lin zie­hen und so gut wie nie­man­den in­ter­es­siert es. Die Ge­gen­de­mos sind im Ver­gleich mit An­ti-​Na­zi-​De­mos spär­lich be­sucht und auch sonst ist die ge­rin­ge Menge an Auf­merk­sam­keit die die­sem Auf­marsch zu Teil wird sehr pein­lich. Der An­ti­se­mi­tis­mus in ganz Eu­ro­pa nimmt immer wei­ter zu, so etwas wie das At­ten­tat in Brüs­sel ist das töd­li­che Er­geb­nis. Und am Al Quds Tag nut­zen Is­la­mist*innen und Nazis jetzt die Chan­ce um die­ses Ge­dan­ken­gut noch wei­ter zu be­feu­ern. Ei­gent­lich soll­te es doch eine Selbst­ver­ständ­lich­keit sein, dass man sich die­sem Marsch ent­ge­gen­stellt. Und dann kom­men wir als Grüne Ju­gend Ber­lin, be­zeich­nen uns selbst als an­ti­fa­schis­tisch und schaf­fen es nicht mal den sim­pels­ten Teil an­ti­fa­schis­ti­scher Ar­beit zu leis­ten – uns ge­mein­sam mit Ver­bün­de­ten gegen wi­der­li­che an­ti­se­mi­ti­sche Po­si­tio­nen zu stel­len.‘


- Dora, politische Geschäftsführerin der GJB

Die aktuellen Ereignisse zeigen mir wieder recht deutlich, warum ich aus der Grünen Jugend ausgetreten bin. Dem Kampf gegen Antisemitismus liegt weder eine vernünftige Analyse zu Grunde, noch geht er über bloße Lippenbekenntnisse hinaus. Es ist nicht verwunderlich, wenn eine Jugendorganisation auf Flyern Antisemitismus als Form von Rassismus sieht und Kolonialismus, vielleicht nicht bewusst, mit Nationalsozialismus auf eine Ebene stellt, dass sich diese sehr schwer tut, wenn es um konkrete Arbeit gegen Antisemitismus geht. Die Flyer beweisen: es fehlt eine grundlegende Analyse, eine Analyse der historischen Kontinuität, eine Bereitschaft Antisemitismus fern ab bürgerlicher und rechter Milieus zu benennen, die Erkenntnis das es nicht um Israel geht, wenn Antisemit*innen ihre Hetze in Israelkritik verpacken und zu guter letzt fehlt die Bereitschaft eine notwendige Debatte zu führen. Eine Debatte die nicht leicht und kräftezehrend ist, aber eine notwendige Debatte aus der sich eine Analyse des Antisemitismus entwickeln kann, die diesen Namen verdient und über ‚An­ti­se­mi­tis­mus heißt Shoah, heißt 6 Mil­lio­nen tote Juden, heißt deut­sche Ver­gan­gen­heit‘ (siehe: Die Angst vor dem großen A) hinausgeht, sowie eine Kritik des Antisemitismus die ihn nicht als abstraktes Problem der deutschen Rechten und der deutschen Vergangenheit sieht.

Aber warum passiert das alles nicht? Warum schafft es die Grüne Jugend nicht geschlossen und konsequent gegen Antisemitismus zu positionieren? Das Abstimmungsergebnis des Landesvorstandes der Grünen Jugend Berlin zum Al Quds Tag liefert die Antwort: antisemitische Ressentiments treffen auf Enthaltung der Mehrheit. Eine Enthaltung aus Angst vor einer Debatte, aus Harmoniebedürfnis und aus mangelnder Einsicht das Antisemitismus ein akutes Problem ist. Wie sonst lassen sich Mails auf der ‚FaFo Nahost Liste‘ erklären, in denen sich junge Grüne den Zionismus so zurecht definieren, dass sie die Definition von Zionismus nach Herzl als falsch bezeichnen und die wahre Bedeutung verkünden, also den Juden die Deutungshohheit über eine ihrer gewählten Formen zum Kampf gegen Antisemitismus nehmen und schließlich ihre antisemitischen Ressentiments in antizionistischen Parolen verstecken können, während der Aufschrei gering bleibt?

Ich bin vor gut zwei Jahren bewusst aus der Grünen Jugend ausgetreten, weil ich mich dort nicht mehr wohlgefühlt habe, weil ich nicht gemerkt habe, dass der Großteil des Verbandes zufrieden mit meiner Arbeit gegen Antisemitismus war, im Gegenteil die Arbeit wurde oft als zu radikal empfunden. Wie kann Arbeit gegen Antisemitismus allerdings zu radikal sein? Wenn Arbeit gegen Antisemitismus radikal ist, also das Problem an der Wurzel bekämpfen will, dann sollte das doch wünschenswert sein. Ist es aber dann nicht, wenn ein Bekenntnis gegen Antisemitismus ein bloßes Lippenbekenntnis und Verweis auf deutsche Vergangenheit und deutsche Rechte bleiben soll, um ja keinen Konflikt in den Verband zu tragen. Die Folge ist, dass sich in dieser Kuschelharmonie alle wohlfühlen können. Alle außer die Betroffenen von Antisemitismus.

Wo war die Kritik an Claudia Roths High Five mit dem iranischen Regime, wo die Kritik an der Forderung einer Kennzeichungspflicht für israelische Waren? Sie wurde wenn überhaupt, nur von einigen wenigen geäußert und die große Mehrheit schweigt und enthält sich. Seit nun mehr 3 Jahren verfolge ich die Entwicklungen dazu in der Grünen Jugend und der Ausstieg aus dem Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds Tag und die damit einhergehende Toleranz von antisemitischen (sowie xenophoben und sexistischen) Aufmärschen, wie eben jenem vom iranischen Regime ins Leben gerufenen Marsch auf Jerusalem, verwundert mich nicht. Es ist die logische Konsequenz, einer Verweigerung von grundlegender Analyse und Kritik des modernen Antisemitismus. Es ist das Produkt eines Konsens, der sich gegen Antisemitismus ausspricht, diesen aber niemals grundlegend analysiert hat.

Es geht hier weiterhin um Antisemitismus, darum sich diesem menschenverachtenden Weltbild in den Weg zu stellen und man dabei auch unliebsamere Partner*innen akzeptiert. Am 8. März wurde in Berlin mit der MLPD für Feminismus gestritten und bei jedem antifaschistischen Bündnis stecken einige krude linke Gruppen im Bündnis, aber beim Thema Antisemitismus wird eine Zusammenarbeit mit dem BAK Shalom nicht akzeptiert. Es ist nie verkehrt, in ein Bündnis einzutreten und dieses zu kritisieren, aber um der Sache Willen zumindest für einen Tag gemeinsam aktiv zu sein. Ein Rassismus-Vorwurf gegen über Akteuren des Bündnisses kann ausformuliert werden und im Bündnis kann gemeinsam gegen rassistische Tendenzen vorgegangen werden, doch eine Bezeichnung des Bündnisses als rassistisch ohne konkretere Benennung spielt Antisemitismus gegen Rassismus aus, verhindert eine konstruktive Arbeit gegen Antisemitismus und gegen Rassismus und bietet keinen Raum zur Reflektion.

Es wird sich zeigen, wie sich die aktuelle Debatte entwickelt und ob sie sich überhaupt entwickelt.

Fragebogen

Alle Jahre wieder ist das Dilemma wieder da. Nationalistischer Taumel auf der einen Seite, wunderschöner Fußball auf der anderen Seite und dazwischen ein Elend das Hand in Hand mit allen weltweit vermarkteten Großereignissen geht. Von Vert et Blanc kam die Bitte sich mal darüber Gedanken zu machen. Ich habe dies während der zweiten Halbzeit des Spiels zwischen der kolumbianischen und der griechischen Herrenfußballmannschaft getan, um zumindest etwas über die Herrenfußball WM gebloggt zu haben. Ich teile wohl die Lustlosigkeit von ‚Vert et blanc‘, ebenso wie das Problem mit der deutschen Nationalmannschaft. Ich versuche dennoch eine interessante Geschichte in die Welt zu setzen.

Mein erstes bewusstes WM-Erlebnis war?

1998, allerdings kann ich mich an kein Spiel erinnern, sondern nur an ein T-Shirt. Die erste bewusste wahrgenommene WM war wohl die WM 2002. Ich hielt zwar proforma, weil es für mich damals alternativlos erschien, für das deutsche Team, aber wirklich angetan hatte es mir der brasialianische Fußball. Ronaldo, Ronaldinho & Rivaldo als Offensivtrio, großartig. So wirklich traurig, war ich dementsprechend über die Finalniederlage des DFB-Teams nicht. Im Gegenteil, meine Schulklasse hatte ein Tippspiel und durch den brasialianischen Titelgewinn war mir der Sieg in diesem Tippspiel sicher. Merke: wenn Deutschland verliert, dann habe ich gewonnen. Mein im Italien Urlaub vorher erstandenes Ronaldo-Trikot trug ich logischerweise auch am nächsten Montag in der Schule, dort fanden es die meisten allerdings weniger witzig.

Unvergessen natürlich auch das Vorrundenspiel der Selecao gegen das türkische Team, in dem Rivaldo einen Ball gegen das Knie geschossen bekam und sich das schmerzverzerrte Gesicht hielt, während er am Boden neben der Eckfahne lag.

Mit welcher WM-Legende würde ich gern einmal Doppelpass spielen?

Zinedine Zidane, ein derartiger genailer Spielmacher hätte mir das Leben als Stürmer beim SV Perouse sicherlich sehr viel schöner machen können. Aus meinem (wenn ich mich recht erinnere) einem geschossenen Tor, hätten zumindest 3 werden können und die Einnahmen die wir durch Zuschauer bekommen hätten, hätten vielleicht auch das Ende der Mannschaft verhinder können und so meinen Zwangswechsel zur D-Jugend des SKV Rutesheim, bei dem ich nach einem Jahr und genau einem Spiel (trotz Sympathien des Trainerteams) meine Karriere vorerst beendete. Mit einmal die Wochen Training und Zinedine Zidane als Mittelfeldmotor, hätte ich es mit dem SV Perouse weit bringen können und mein zweiter Versuch als Fußballer wäre bei Roten Stern Nordost Berlin auf Grund mangelnder Fitness und Motivation nicht spiellos zu Ende gegangen. Das Potenzial dürfte eigentlich vorhanden sein, war ich auf dem Bolzplatz schließlich der König und konnte beim diesjährigen Waldemer-Spier-Pokal mit 6 Toren die Party Army zum Turniersieg schießen.

Welchem TV-Kommentator werde ich bei der WM gerne zuhören?

Generell fände ich englisches Sportfernsehen als gratis Zugabe des Sky-Fußballpaketes sehr wünschenswert. Ansonsten könnte ich mir Axel Prahl sehr gut als Kommentator vorstellen, wenn er nur halb so gut kommentiert, wie er beim ‚wo die wilden Maden graben‘ Hörbuch vorliest, würde ich nichts anderes mehr tun.

Die Iren haben sich für die WM am Zuckerhut leider nicht qualifiziert. Welchem weiteren Land drücke ich neben Jogis Jungs als »Zweitteam« die Daumen?

Erstens: gegen Deutschland geht immer, also freue ich mich in der Vorrunde über jedes Tor eines Portugiesen, eines Ghanaers oder US-Amerikaners gegen Deutschland. Besonders würde es mich natürlich für KP Boateng, CR7 und Julian Green freuen.

Zweitens: den Hype um irische Fußballteams konnte ich noch nie wirklich nachvollziehen, ebenso wenig wie die ‚linke Passion‘ für Celtic.

Drittens: Wie bei jeder Weltmeisterschaft freue ich mich über Tore der Selecao aus Nostalgie (siehe oben), Tore der three Lions aus Sympathie (‚…and the RAF of England shout one down‘) und über Tore der US-Boys aus Prinzip (‚USA USA USA').

Zu Jogis Jungs: Meine beiden Lieblingskicker aus dem deutschen Kader sind?

Mario Götze und Jerome Boateng, allerdings nur wenn sie gerade ein Bayerntrikot tragen. Sollte sich der FC Bayern tatsächlich Julian Draxler holen, könnte auch dieser einer meiner Lieblinge werden. Selbstverständlich aber niemals im weißen Trikot mit dem Adler drauf.

Wie weit kommen Jogis Jungs?

Je schneller das Team rausfliegt, desto schneller werden die Deutschlandfahnen wieder abgehängt. Zumindest hoffe ich das.

Wer wird am 13.07.2014 im Maracanã Weltmeister?

Ich hoffe auf ein Finale zwischen Brasilien und England (ist das rechnerisch überhaupt möglich?). Ich werde mir dann entspannt einen Whiskey Sour mischen, mich zurücklehnen und mir hoffentlich spannende 90 Minuten plus X anschauen. Am nächsten Morgen werde ich das entsprechende Siegerleibchen anziehen und entspannt in die Universität schlendern.

Jetzt müsste ich noch zwei Leute nominieren, oder? Dann nehme ich Dora Kristina, in der Hoffnung ihren Blog damit wieder in die Aktivität zu drängen und den werten senSATZionell, aus bajuwarischer Zuneigung.
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Vielleicht gibt es noch etwas ausführlicheres zur WM von mir, fürs erste war es das.