Archiv für September 2014

Pop & Staat, zwischen Liebe und Hass (Teil 1).

Überarbeitetes Skript meines Vortrages ‚Pop & Staat, zwischen Liebe und Hass‘ gehalten am 7.8. auf dem Sommercamp der JuPis.

I Prolog
1.) Bushido als Verkörperung der Ambivalenz

Kein zweiter Akteur des deutschen Pops, in den Bushido spätestens mit seinem ersten BRAVO-Cover eingekehrt ist, verkörpert die Ambivalenz zwischen Liebe & Hass im Verhältnis von Pop & Staat besser.

Auf der einen Seite ein Image als Staatsfeind Nummer 1:
(Video: Endgegner vom Album ‚Staatsfeind Nr. 1′)
Inszinierung als Staatsfeind, durch Videos mit Polizeispezialeinheiten & einer Kommandozentrale, bekannt aus amerikanischen Thrillern, die nur ein Ziel haben: IHN auszuschalten siehe: ‚Der BND sucht mich mit nem Peilsender.‘ Dazu kommt ein Mafia-Image das er selbst in Film, Biografie & Texten aufbaut, sowie mit der Betonung von Kriminalität & Selbstjustiz am Leben erhält. Er sieht sich als Soldat im Krieg gegen den Staat: ‚Salutier, nimm jetzt Haltung an‘.

Auf der anderen Seite eine Praktikum im Bundestag bei der CDU & die Hofierung des Integrationsbambiträgers bei führenden Politiker*innen:
2011 – Verleihung des Bambis für Integration, war ‚ein mediales Upgrade in die Kathegorie „vorzeigbar“‘ (Welt)
2012 – Ankündigung in die Politik zu gehen. Ziel: Bürgermeister von Berlin. Angeblich stand die Parteigründung vor der Tür. Aus diesesm Anlass interviewte ihn die BILD-Zeitung auch über seine Einstellung gegenüber dem deutschen Staat: ‚Es gibt in Deutschland Regeln und Gesetze. Und wer sich nicht daran hält bekommt Probleme.‘ sagte er.
2012 – Praktikum beim mittelstandspolitischen Sprecher der CDU & hohenloeschen MdB Christian Freiherr von Stetten

Staat & Pop, hier verkörpert durch CDU-Abgeordneten & Bushido nähern sich an. Der Versuch, den geläuterten und nun bürgerlichen – wie ständig betont wird – ‚Ex-Rüpelrapper‘ zu nutzen um neue Wählerschichten zu generieren und das Herrschaftssystem am Laufen zu halten auf der einen und der Versuch ein neues Klientel zu generieren auf der anderen Seite.

Der Versuch scheiterte beidseitig. Nach Stern-Enthüllungen über Bushidos Kontakte zur Mafia, musste sich der Abgeordnete für das hofieren rechtfertigen und Distanz wieder herstellen.

Mittlerweile dient Bushido als Paradebeispiel einer Welt die jenseits der Politik liegt so wurde Steinbrück mit Bushido vergliechen, nach seinem Mittelfinger-Bild. Armin Laschet, CDU Vorsitzender sagte: ‚Ein deutscher Bundeskanzler ist nicht Bushido!‘

Bushido konterte mit Stress ohne Grund – in dem er Profit aus seinem Bad-Boy-Image Profit schlägt & u.a. Claudia Roth, die ihn berechtigterweise Antisemit nannte, erschießen will – und erklärte zur Politik: ‚Das ist nicht meine Welt.‘

Wo kommt diese allgenwärtige Ambivalenz her?

II Teil 1:
1.) Vom Protestsong zur Terrororganisation:
Ende der 60er gab es die erste globalisierte Jugend- & Popkultur.
(Video: arte Beitrag über Vietnam)

Politische Haltung – eine Positionierung gegen den Vietnam-Krieg – ging Hand in Hand mit der Rebellion als popkulturelles Statement. Enormen Einfluss hatten definitiv Menschen wie:
- James Dean, der den Rebell ohne Grund im gleichnamigen Film spielte und den Prototyp für die Rebellion als popkulturelles Statement lieferte.
- Jack Kerouac, erweiterte durch seine Bücher die Horizonte junger Menschen aus ‚Reihen betuchter Häuser mit Rasen davor und Fernseher auf denen jeder das gleiche sieht‘
- Janis Joplin, als Beispiel für den Einfluss der Rockmusik & der Protestsongs auf die gesamte popkulturelle Bewegung. Mit der Energie ihrer Musik steckte sie junge Menschen an, die diese Energie in Tatendrang umwandelten, also politische Arbeit und der Einsatz für eine bessere Welt auf der einen & Zerstörung als Ausdruck der eigenen Unzufriedenheit auf der anderen Seite.
(Janis Joplin – Mercedes Benz)

Diese erste Welle von Popkultur, war innerhalb der jungen BRD per Definitionem subversiv: ‚Die Elterngeneration, die auf Hitlers Geheiß halb Europa verwüstet hatte, aber nun das eigene Leben feinsäuberlich wieder aufbaute, war zum ersten Mal fassungslos über die Jugend.‘ (Spiegel Spezial über die 68er aus dem Jahr 1988) & leistete auch eine zwangsläufigen Beitrag zur Entnazifizierung, denn sie war antiautoritär und vor allem amerikanisch und britisch. Weswegen eine konkrete Trennung zwischen popkultureller & politischer Ebene nicht möglich ist. Ein Beleg dafür ist die ‚Entpolitisierung‘ von politischen Symbolen wie dem Pali-Tuch und dem Che Guevara-Shirt, die zu rebellischen Accesoires ohne Aussage verkommen sind, ein weiterer die Wahrnehmung von Dutschke, als Popstar & Posterboy der Bewegung.

Die Aufmerksamkeit ist den Rebelliernden (sei es aus politischer Überzeugung & aus popkultureller Zugehörigkeit) gewiss, denn diese popkulturelle & auch politische Bewegung polarisiert, alleine durch ihr Äußeres. Nach der unterdrückten Subversivität im NS-Staat, weiß die junge Demokratie nicht wie sie mit ihr umgehen soll, während in Teilen der Gesellschaft der Ruf nach ’starker Hand‘ oder schlimmerem laut wird & u.a. Springerpublikationen den Hass schüren. Der demokratische Staat lässt sich – wie so oft – vom Mob leiten. Überharte & unkontrollierte Polizeiaktionen sind die Folge, an deren Ende steht der Tod eines jungen Mannes – Benno Ohnesorg – und der gescheiterte Mordanschlag auf Rudi Dutschke, den Posterboy der Bewegung.

So makaber es sein mag, so wahr ist es auch, dass der Tod einzelner Protagonisten (Paradebeispiel: Kurt Cobain) – noch dazu der spektakuläre Tod – popkulturelle Bewegungen zu mehr Aufmerksamkeit verhilft. Die direkte Folge des brutalen Vorgehens des Staates, denn gesellschaftlich tolerierten nationalsozialistischen Einstellungen & der Hetzte der Springerpublikationen ist die ausweglose Situation der Bewegung. Mit den jetzigen Mitteln, wird sie nicht weiter kommen. Die Konsequenz ist die Radikalisierung von Teilen der Bewegung und damit gibt es neben Dutschke, die zweiten deutschen Popstars: die RAF. Das Fahndungsplakat hing in zahlreichen Studierenden WGs, wie heute Poster von den Ärzten oder Nirvana.

Popkultur war damals per Definitionem ’subversiv‘ und stand im Konflikt mit staatlischer Herrschaft, ebenso leistete sie (wie Frank Apunkt Schneider im Vortrag: ‚Deutschpop, halts Maul‘ ausführt) eine Beitrag zur Entnazifizierung, da Pop subversiv, rebellisch, inter- bzw. antinationalistisch & vor allem nicht deutsch war.

2.) Ein bißchen Frieden:
(Nicole – ein bißchen Frieden)
Der Eurovisionsongcontest ist das popkulturelle Schaulaufen der europäischen Staaten. Die einzelnen Lieder repräsentieren einen kompletten Staat. Deutschland gewann 1982 & 2010. Die subversiven Elemente dieser Popmusik hielten sich jedoch stets in Grenzen.

Staatstragend war die Popmusik hier schon von Anfang an, alleine durch die Repräsentantenfunktion die sie inne hatte. Es dürfte alles andere, als ein historischer Zufall sein, dass Deutschland seinen ersten ESC ausgerechnet mit dem unschuldigen Traum von Frieden gewann. Das Land, dass zwischen 1939 & 45 einen ganzen Kontinent in Schutt und Asche legte, dass mit dem versuchten Export der nationalsozialistischen Ideologie Jüdinnen, Juden, Sinti, Roma, Homosexuelle und andere nicht in die Ideologie der Herrenrasse passenden Menschen in ganz Europa ermordete musste Buße tun und tat Buße. Diese Buße wurde desöfteren mit dem 12 Punkten belegt und so hieß der Sieger 1982 zum ersten Mal Deutschland. Üblich ist es beim ESC das der Sieger oder die Siegerin nach dem Sieg den Song noch ein zweites Mal performt. Im Jahre 2010 schwang Lena damals den schwarz-rot-goldenen Wimpel und weder im Inland noch im Ausland störte sich jemand daran. Etwas das im Jahre 1982 undenkbar gewesen wäre.

3.) Als die Welt noch unterging:
Punk brach zwar mit der Musik der 68er, sie brachen aber nicht mit den subversiven Elementen des Pop. Die bunten Haare, erregten ebenso viel Aufsehene wie einst die langen Haare, der mittlerweile verbeamteten Alt 68er. Die Haltung zum Staat war zwar eine andere, eine Verbesserung des Staates durch den Marsch durch die Institutionen strebte die Punkszene nicht an, doch positiv war die Haltung keines Weges.
(Video: Sex Pistols – God save the Queen)

Die Urväter des Punk, die Sex Pistols spielten in ihrem Song ‚God save the Queen‘ mit nationalen Symbolen des britischen Empires & in Deutschland lieferten Ton Steine Scherben den Soundtrack der Hausbesetzerszene in Berlin, also den Soundtrack zum Widerstand gegen die Staatsgewalt.
(Song: Ton Steine Scherben – Rauchhaussong)

Punk machte also da weiter, wo die mittlerweile Verbeamteten, zukünftige Grünenwähler*innen & ehemaligen Studierenden aufgehört hatten. Popkultureller Widerstand gegen den Staat. Punk ist brachial und richtet sich von Anfang an, gegen die Versuche Pop die subversiven Elemente zu nehmen.

4.) Der Staat versus die Ärzte
Der Index der Prüfstelle für Jugendgefährdende Medien, die stärkste Waffe des bürgerlichen Staates zur Kontrolle über Popmusik. Der Index erzeugt zwar durchaus positive Dinge, wie die Unmöglichkeit Platten der meisten Rechtsrockbands oder so manche gerappte Vergewaltigungsphantasie im Handel zu bekommen. Er bleibt jedoch die Waffe des bürgerlichen Staates, zur Kontrolle der Popmusik, zur Durchsetzung seiner Vorstellungen von Moral. Die Ärzte bekam dies deutlich zu spüren. Gleich zwei ihrer Alben, mit Namen: ‚Debil‘ & ‚die Ärzte‘ wurden indiziert. Gründe dafür waren unter anderem das ‚Schlaflied‘, ‚Claudia hat nen Schäferhund‘ & ‚Geschwisteliebe‘. Also ein Lied über ein Monster das ein Kinderzimmer besucht, über eine Frau die mit ihrem Hund schläft & eines in dem das Verb ‚flachlegen‘ rauf und runter dekliniert wird. Sehr freundlich vom Vater Staat uns davor zu schützen.

Als Reaktion auf die Indizierung erschien 1987 das Album ‚Ab 18′ mit den indizierten Songs und u.a. ‚Helmut K. schlägt seine Frau‘, einem direkten Angriff auf den Bundeskanzler. Bei einem im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragenen Livekonzerten sollten die Ärzte ihren indizieren Song ‚Geschwisterliebe‘ nicht spielen sollten. Sie spielten es dennoch, sangen aber nicht, dass übernahmen ihre Fans für sie. Die Witze über Barschel zielten in eine ähnliche Kerbe.
(Video: die Ärzte Skandalauftritt 2/2 [ab 7:10])

Der Staat: 0, die Ärzte: 1 & Punk oder das was von ihm übrig war richtete sich auch weiterhin nicht nach Staat.

5.) Pop auf der Regierungsbank
Über die Abwahl Helmut Kohls und die Wahl der rot-grünen Bundesregierung, schrieb Daniel Kulla einst: ‚Ich hatte just zum ersten und letzten mal bei einer Bundestagswahl meine “Häufchen” auf dem Zettel gemacht und auch prompt zwei Richtige gehabt. Die Überlegung war so naiv und demokratieidealistisch wie damals für mich triftig: Rot & Grün würden zumindest keinen Krieg anfangen und die Atomkraftwerke ausmachen. Vielleicht wäre sogar die Stimmung für eine Dope-Legalisierung drin. Nur Monate später hatte diese von mir (mit-)gewählte Regierung den AKWs eine Laufzeitgarantie verschafft und war maßgeblich am Angriff auf Jugoslawien beteiligt.‘ Auch was die Popkultur betraf, war die erste Regierungsbeteiligung der Grünen der Anfang vom Ende. Junge Sozialdemokrat*innen & grüne Politiker*innen, wie Claudia Roth (frühere Managerin von Ton Steine Scherben) waren die ersten, direkt von Pop sozialisierten Politiker mit Regierungsbeteiligung. Marschierte Roth 1989 noch mit dem ‚Nie wieder Deutschland‘-Transparent in erster Reihe einer Demonstration gegen die Wiedervereinigung, so hatte sie nicht nur ihren Frieden mit dem Staat gemacht, sondern schlimmer noch sie half dabei den Staat mit der Popkultur zu versöhnen. Ob es mit der falschen Hoffnung geschah, dass die Popkultur einen besseren Staat schaffen könne oder das bewusst vorangetriebene Ende der Subversion der Popkultur war, sei dahin gestellt. Diese Bundesregierung versöhnte Pop & Staat: Sigmar Gabriel, war 2003 der erste Popbeauftragte der Sozialdemokratischen und damit der regierenden Partei. 2004 setzte sich die Bundesregierung für mehr ‚deutschen Pop‘ ein. Doch bereits zum Kosovo-Krieg, gab es die passende Musik geliefert vom deutschen Johnny Cash, wobei die Betonung hier auf DEUTSCH liegt.
(Video: Gunter Gabriel – Haus im Kosovo)

Teil 2 folgt.

Aufzeichnung: Alles Antideutsche außer Mutti.

Ich war geladen in den Dicken Engel, dem Mumble der Piraten NRW um Fragen über ‚Antideutsche‘ zu beantworten (hier die Ankündigung). Die Aufnahme kann man hier nachhören:

Antideutsche by Marax_De on Mixcloud

Kurz vor Schluss ‚oute‘ ich mich sozusagen ausversehen als Jude und prompt hatte ein Freunde der Zuse Crew die (mittlerweile gelöschte) Erklärung für das gesamte Gespräch meine politischen Ansichten und die Rechtslage für Juden in Deutschland:

Außer erwarteten Trollen, war ich im Gesamten doch recht positiv überrascht was den Talk selbst und die Reaktion auf Twitter angeht. Nochmals Danke für die Einladung.

Als Kritik getarntes Ressentiment

‚Tradition schlägt Kommerz‘ schrieb der Tagesspiegel und auch anderswo war man sich einig: das war heute ein Sieg der echten Fankultur über die falsche. Richtige Fankultur heißt in diesem Fall einen Müllsack anziehen und T-Shirts mit dem Aufdruck ‚Rattenball Leipzig‘ (vorne) & ‚Schädlingsbekämpfer‘ (hinten). Es ist bezeichnend für die Debatte um RBL, dass auf die Shirts keine Welle von entsetzten Kommentaren folgte, die Union-Fans aus dessen Reihen diese Shirts nach wie vor als äußerst positiv und teilweise sogar ‚links‘ & ‚progressiv‘ wahrgenommen werden und die Formulierung ‚Rattenball‘ einfach ohne kritische Hinterfragung weiterverwendet wird egal ob dadurch antisemitische Stereotype verwendet werden oder nicht.

‚Also glaube mir, ich habe mit ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus nichts am Hut! ich hab da einfach eine im Fußball gängige Beziechnung übernommen, die die verwenden, die RB nicht mögen.‘Diego Wegner

Warum ist das Motiv so problematisch? Statt die Kommerzialisierung im Fußball allgemein zu kritisieren – selbst Union verkauft die Brust des Trikots an KFZTeile24.com – und das systemimmanente Problem im System zu suchen werden einzelne Personen nicht nur zu Schuldigen (-> personalisierte Kapitalismuskritik) sondern hier auch noch zu Schädlingen beziehungsweise Ratten erklärt, zu deren Bekämpfung die Förster*innen die hinter diesem T-Shirt stecken sehr gerne beitragen möchten. Die antisemitischen Stereotype die hier zu Gründe liegen könnten offensichtlicher nicht sein: RBL wird als falscher Fußballverein wahrgenommen deren Fans & Offizielle (‚Schädlinge‘) ‚bekämpft‘ werden müssen. Nicht nur das bei kommerzialisierten Fußballvereinen (und das sind alle Vereine die in den Profiligen spielen) zwischen guten & bösen unterschieden wird, also ein ähnliche als Kritik getarnte, ressentimentbeladene Trennung stattfindet, wie von den Nationalsozialist*innen wenn sie von ’schaffenden und raffendem Kapital‘ reden. Nein, die ‚Schädlinge‘ sollen auch als solche bekämpft werden & eben nicht das all umfassende kapitalistische System das die alleinige Ursache für die Kommerzialisierung des Fußballs darstellt. Der Schritt die Schuldigen als Juden zu bezeichnen ist dann kein großer mehr und gar nicht erst notwendig um durch die Verwendung des Begriffes ‚Rattenball‘ oder das tragen dieses Shirts einen Beitrag zum allgegenwärtigen Antisemitismus zu leisten. Egal ob bewusst oder unbewusst.

Weiteres zum Thema: Fußballjargon der Eigentlichkeit

Nie wieder Judenhass?

Ich weiß nicht wer damit angefangen hat, aber es wird schleunigst Zeit damit wieder aufzuhören. Seit diesem Sommer und der erneuten Manifestation des stets allgegenwärtigen Antisemitismus anlässlich einer erneuten Esklation im Nahen Osten, scheint der Begriff in Mode gekommen zu sein. Die Verwendungen des Begriffes ‚Judenhass‘ umfasst jedoch die Ideologie des Antisemitismus nicht – im Gegenteil – er reduziert eine eliminatorische Ideologie – die angefüttert mit angeblich wissenschaftlichen Fakten dazu führte, dass beinahe das gesamte deutsche Volk bereitwillig seinen Teil zum größten Verbrechen der Menschheit beitrug – auf stumpfen und unbegründeten Hass. Wie bekämpft man einen irrationalen Hass? Auf jeden Fall anders als eine eleminatorische Ideologie und damit sind wir auch schon beim Problem: wer etwas gegen Judenhass unternehmen will, wird das Problem des Antisemitismus nicht lösen können.

Aber kommen wir zum eigentlichen Anlass dieses Textes, der Kundgebung vom Zentralrat der Juden in Deutschland mit Namen: ‚STEH AUF! Nie wieder Judenhass!‘. Auch wenn ich den Titel, sowie manche Unterstützer*innen (zum Beispiel der Deutsche KEINFußball Bund, der Antifaschismus am Millerntor neutralisiert oder die Heinrich-Böll-Stiftung, die in ihrem Büro in Ramallah den Herren Wildangel beschäftigt, der ‚ein Buch über Palästina und den Nationalsozialismus geschrieben hat, in dem sich erstens der Satz findet, es habe unter der arabischen Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs einen »Konsens« gegeben, an der Seite der Alliierten zu stehen, was jedem, der sich mit dem Thema beschäftigt, lächerlich erscheinen muss, und zweitens behauptet wird, dass Husseini durch sein Exil in Nazideutschland zum Kriegsende völlig abgewirtschaftet hätte und diskreditiert gewesen sei in Palästina und des­halb für keine Funktion mehr in Frage hätte kommen können. Dass Husseini 1946 zurückkehrte, in der Arabischen Liga wieder zum obersten Repräsentanten der Palästinenser ernannt wurde, vom Palästinen­sischen Nationalrat 1948 zum Präsidenten gewählt wurde, Präsident der Weltmuslimkonferenz war in den sechziger Jahren und sich bis zu seinem Tod 1974 nie von seiner faschistischen Ver­gan­genheit distanziert hat und noch 2002 von Arafat trotz allem als palästinensischer Held gefeiert wurde, das kommt in dem Buch nicht vor‘ (Jungle World 36/2009) oder auch die übers Apartheidsregime twitternde & gemeinsame Werte mit Antisemit*innen habende SPD. Diese Liste liese sich mit antisemitischen oder zumindest Antisemitismus duldenden Ausfällen diverser anderer unterstützender Parteien/Organisationen ergänzen) und angekündigte Redner*innen (zum Beispiel Angela Merkel) für durchaus problematisch halte, so war es die einzige mir bekannte von Jüdinnen und Juden organisierte Demo gegen die aktuellen antisemitischen Ausfälle & den allgemein vorhandenen Antisemitismus.

»Steh auf! Nie wieder Judenhass!«
(Bilder via Fraktion die Linke. im Bundestag)

‚Wer wegen Israel zum Antisemiten wird, der war längst einer.‘ – Zentralratspräsident Graumann

Nach einer Rede des Präsidenten vom Zentralrat der Juden in Deutschland, in der er erklärte, dass die Politik Israels keinen Antisemitismus rechtfertige & eine Kausalität zwischen Antisemitismus und dem israelischen Staat herstellte, gab es außer in Teilen der Rede von Dr. h.c. Nikolaus Schneider von der evangelischen Kirsche in Deutschland in der auch Selbstkritik gegenüber der antisemitischen Haltung der Kirchen geübt wurde und Teilen der Rede von WJC-Präsident Ronald S. Lauder, der darauf verwies das in einer politisch-komplexen Welt der Antisemitismus als vereinfachte Welterklärung diene, kaum positiv zu erwähnende Aussagen. Klaus Wowereit – noch regierender Bürgermeister Berlins – fing auf einmal an über die Berliner Mauer zu sprechen, die ja genau dort verlief wo er nun sprach. Warum? Warum nicht über andere historische Ereignisse die mit dem Brandenburger Tor in Verbindung gebracht werden, wie der Wahlsieg der NSDAP und der anschließende Fackelmarsch, was zeigte das Antisemitismus in Deutschland merhheitsfähig ist und der Beginn des größten Verbrechens der Menschheit war? Für Wowereit ist Antisemitismus eine Mauer in den Köpfen, für ihn sind es ‚dumpfe Parolen von Leuten die nichts gelernt habe‘ und seine Taktik dagegen ist Phrasendrescherei und Gerede über Toleranz und gegen Diskriminierung, beides scheint nach der jüngsten Politik des Berliner Senates gegen Geflüchtete nicht für alle zu gelten, beides verweigert sich einer tatsächlichen Analyse des Antisemitismus, seiner Geschichte, seiner Ideologie und seiner diversen Facetten. Und es ging auf dem selben Niveau weiter: Kardinal Marx begründete seine Haltung gegen Antisemitismus mit den ‚Verdiensten des Judentum‘ und seine Solidarität mit den Opfern von Antisemitismus damit, dass der Präsident des WJC Ronald S. Lauder auch solidarisch mit den Christen im Irak sei. Logischerweise ist damit seine Solidarität für die Opfer von Antisemitismus gar keine, sondern eine an Bedingungen geknüpfte Partnerschaft. Logisch zu Ende gedachte, bedeuten diese Aussagen dass das Gebot ‚liebe deinen nächsten wie dich selbst‘ für Kardinal Marx im Geiste durch den Zusatz ‚wenn er dich auch liebt‘ ergänzt wird. Wie als würde sie darauf noch einen drauf setzen wollen, klang Merkels Rede völlig realitätsfern. Menschen die Diskriminierung tolerieren oder befürworten, also auch Antisemit*innen hätten sie und die Mehrheit der Deutschen gegen sich. Fakt ist aber das Studien, wie die der Friedrich-Ebert-Stiftung, belegen dass über 50% Aussagen wie ‚durch die israelische Politik werden mir die Juden immer unsympatischer‘ und über 30% Aussagen wie ‚durch ihr Verhalten sind Juden an ihren Verfolgungen mitschuldig‘ zustimmen. Ebenso ist es Fakt, dass die Geschichte der Juden in Deutschland schon immer auch eine Geschichte des Antisemitismus war und das die jüdische Kultur, auf die Merkel und andere Redner*innen verwiesen, nur deshalb in dieser Form enstanden ist, weil ihnen der Zugang zur deutschen Kultur verweigert wurde. Das beste Beispiel dafür sind jüdische oder (in ihren Anfängen) jüdischgeprägte Sportvereine, in denen eine jüdisch(geprägt)e Kultur nur deshalb enstand, weil Jüdinnen und Juden in nichtjüdischen Sportverein nicht partizipieren konnten. Im Film ‚Ein ganz normaler Jude‘ sagt der Protagonist, dass sich ohne den Antisemitismus das Judentum aufgelöst hätte, wie ein Stück Zucker im Kaffee. Der Kaffee wäre dadurch zwar ein bisschen süßer beziehungsweise jüdischer geworden, eine explizit jüdische Kultur würde es dann aber nicht geben. Hört man Leute von der jüdischen Geschichte oder jüdischgeprägten Kultur Deutschlands sprechen, möchte ihnen genau diesen Satz erwidern. Die ständigen Verweise auf die Religion, möchte ich eigentlich nur noch mit dem Verweis auf den Unterschied zwischen Antijudaismus & Antisemitismus beantworten.

Außerhalb des abgesperrten Bereiches in denen sich diverse Politiprominenz tummelte um den Reden zu lauschen fanden sich neben den übliche ‚typischen Kritiker*innen von Israel‘ – also Hamas-Sympathisant*innen und Mahnwichteln – auch noch einige AFDler*innen, die ‚Judenhass‘ als Import bezeichneten und damit den deutschen Antisemitismus leugneten und ihren Rassismus auch noch mit muslimischen Antisemitismus zu begründen versuchten und die ‚Juden for Jesus‘ die ein gutes Rezept gegen Antisemitismus präsentierten: ‚Lass dich retten. Komm zu Jesus.‘

Alles im allem war die Kundgebung – in Anbetracht der Präsens in den Medien und nicht radikal formuliertem Aufruf – mit 8.000 Besucher*innen erschreckend schlecht besucht, die Reden leisteten kaum ein Beitrag zur Verbesserung der Situation sondern offenbarten im Gegenteil unbewusst die grundlegenden Probleme im Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland, alleine wegen dem Empowerment für jüdische Gemeinden in Deutschland war diese Kundgebung jedoch alles andere als verkehrt. Es ist definitiv nicht meine Absicht sie als ganzes zu kritisieren oder den Zentralrat für die Organisation, sondern darauf aufmerksam zu machen, dass einige Menschen die angeblich gegen Antisemitismus vorgehen möchten von der tatsächlichen Problematik recht wenig begriffen haben.

Deutschrap, du hast mein Leben zerstört (Teil 1)..

[Ich werde im nachfolgenden Text ausschließlich vom generischen Femininum gebrauch machen, damit aber alle Geschlechter meinen.]

Wie die Leserinnen dieses Blogs und meiner sonstigen geistigen Ergüsse schon mitbekommen haben dürften, bin ich seit langer Zeit ein ziemlich großer Rapfan mit allem was dazu gehört: Versuchte Freestylesessions im Keller meiner Eltern, JUICE lesen, Sneakers & Caps tragen, Cannabis auf der Abifahrt nach Kroatien schmuggeln, schlechte Tags & Grafitis in meinem Heimatkaff, gescheiterte Breakdance Versuche mittelmäßige Skills als Schallplattenunterhalter und was sonst alles dazu gehört. Oft genug brachte mich meine Liebe zum Sprechgesang schon zu persönlichen Identitätskrisen, zum Beispiel als ich als 14jähriger Dorfpunk und den manifestierten Genregrenzen, die vergleichbar mit der EU-Außengrenzen waren, insgeheim Sido eigentlich immer noch ziemlich fett fand. Oder als ich im Laufe meines politischen Werdegangs irgendwie in die sogenannte antideutsche Ecke gerutscht war, große Teile meiner ehemaligen Heldinnen und aktuellen Lieblingskünstlerinnen aber entweder sexistisch und homophob, oder antisemitisch oder im schlimmsten Fall gleich alles auf einmal waren. Aber von vorne.

Rap, du hast mein Leben zerstört. (Teil 1)
Erste Liebe, Trennung und Wiedersehen

Am Anfang war das Dorf. Am Anfang stand ein knapp 7 Jahre junger Kerl, der unbedingt so sein wollte wie seine gut zehn Jahre älteren Schwestern und diese Schwestern hörten eben die Musik die mensch um das Jahr 1999 in Stuttgart so hörte. Freundeskreis, Afrob, Massive Töne und eben auch vier gewisse Herren aus Stuttgart, die nach anfänglichem Gehate der Hip Hop-Realkeeper, nun auch als Teil dieser Szene gesehen wurden: die fantastischen Vier kurz Fanta 4. Ohne die wirklichen Bedeutungen der meisten Abkürzungen zu kennen, konnte ich im zarten Alter von 7 Jahren ‚MFG‘ von den Fantastischen 4 ebenso fehlerfrei mitrappen, wie ‚Reimemonster‘ von Afrob und Ferris MC oder ‚Hände hoch‘ von den Massiven Tönen. Enstprechendes Outfit und Nackenschmerzen vom Kopfnicken inklusive. Zeilen wie ‚unsere Augen haben rotes Licht‘ oder ‚THC, OCB ist was ich dreh‘ gab ich selbstverständlich von mir, ohne das ich den Inhalt wirklich zu verstand. Ich musste es aber auch nicht verstehen. Die CDs und Kasetten meiner Schwestern zu hören, dabei versuchen mitzurappen und vor dem Spiegel zu posen reichte völlig aus. Ich wurde gerade erst eingeschult und fand die bloße Akrobatik der Worte so faszinierend, dass mich der Inhalt nicht kümmerte. Meine älteren Schwestern dürften sich der weil über ihren Bruder amüsiert haben, was mir durchaus recht war. Denn zumindest eines hatte ich wirklich verstanden: ‚Bevor wir fallen, fallen wir lieber auf.‘

Kurze Zeit später begann ich dann zum ersten Mal auf Viva und MTV mir Musikvideos anzuschauen und dort bekam ich zu den mir ebenfalls bereits bekannten Beginnern, Blumentopf und Samy Deluxe auch noch eine visuelle Untermalung. Es könnte mit unter sein, dass ich damals meinen Eltern erzählte, dass alles gut sei ’solange ich genug chille‘, denn die Stimme des heute als Jan Delay bekannten Eißfeldts faszinierte mich in Kooperation mit Samy Deluxe, ebenso wie gemeinsam mit Denyo oder auch alleine. Im mir zu großen Pullover meiner Schwester, mit Wintermütze und bequmer Jogginhose hielt ich mir die Nase zu und imitierte, wie warscheinlich einige andere Menschen zur damaligen Zeit, mein damaliges Idol. Ganz normaler Move.

In meiner Erinnerung, kamen zur selben Zeit auch zum ersten Mal andere Rapperinnen in mein Leben (tatsächlich lagen circa 2 Jahre und meine halbe Grundschulzeit dazwischen). MTV brachte mit Eko Fresh und Sido zwei Rapperinnen in mein Kinderzimmer, die ich schlagartig interessanter fand, als all die anderen Münchner, Hamburger oder Stuttgarter Rapperinnen. Einen 11 Jahre alten Jungen aus der wohlbehüteten schwäbischen Mittelschicht interessieren Geschichten aus dem Ghetto oder übertriebene Arroganz einfach mehr, als Reihenhauskiffer die über das Kiffen in Reihenhäusern rappen. Mein 11jähriges imaginäres Rapper-Ich, Namens V-Attack, träumte insgeheim davon Berliner zu sein und bei Aggro eine CD raus zu bringen. Gott sei Dank, schrieb ich damals noch keine Texte. Stattdessen schaute ich lieber MTV News, durch die ich recht bald auch die ersten Beefs über die Mattscheibe direkt in meinen Kopf geliefert bekam. Bushido und Sido hassten sich, ich mochte irgendwie beide, beide hassten Eko Fresh, den ich irgendwie ziemlich gut leiden konnte. Dieser Eko backte Haschbrownies und rief aus – durch Kifferparanoia hervorgerufene Angst vor Einbrecherinnen – lieber sicherheitshalber die Polizei, die allerdings keine Einbrecher sondern nur einen völlig breiten Eko vorfanden. Dank Markus Kavka MTV News wusste ich auch das und habe es bis heute nicht vergessen.

In der kleinen Bäckerei gegenüber dem Haus meiner Eltern, in der ich mir heimlich die Bravo kaufte, um mein Zimmer mit entsprechenden Postern auszustatten, lag irgendwann auch die Bavo Hip Hop. Ich investierte mein kaum vorhandenes Geld also in ein weiteres Magazin, um wirklich alles aufzusaugen, was ich aufsaugen konnte und kam zum ersten Mal mit amerikanischem Rap abseits des auf MTV zu sehenden wie beispielsweise Eminem & Missy Elliot in Kontakt. Dort laß ich auch, dass ein Rapper den ich gut leiden konnte, mit einem anderen Rapper den ich erst kürzlich für mich entdeckt und für gut befunden hatte sich das wohl raptechnisch beste Battle, dass Deutschrap jemals erleben durfte, lieferten. Meine Leben drehte sich damals außer um Rap übrigens nur um Fußball und um Bedürfnis irgendwo ein fester Teil von irgendwas zu sein.

Ein Jahr später hatte ich das Fußballspielen aufgegeben, stand an meiner Schule irgendwie alleine da und hatte auch das Interesse an Hip Hop verloren, denn zwischen den Jahren 2005 und 2007 politisierten mich die Ärzte, sorgten meine bevorzugt getragenen Schuhe für meinen heutigen Spitznamen und schafften es meine ehemaligen besten Freundinnen, dass ich in der Klasse irgendwie alleine da stand und nur noch sporadischen Kontakt – der bis zum Schluss freundschaftlich bleiben sollte – hatte. Als schwäbischer Dorfpunk, rebellierte ich im gesellschaftlich gerade so noch größtenteils akzeptiertem Maße gegen was auch immer. Ich begann Alkohol zu trinken, gründete meine erste (Ska-)Punkband und irrte irgendwie 2 Jahre lang durch mein eigenes Leben. Zur selben Zeit fand auch mein Konfirmationsunterricht statt und konsequenterweise flüchtete ich mich in die Christlichen Umerziehungs Jugendorganisationen des CVJM. Mein Pseudodorfpunkgang war ebenso dabei und so tranken wir heimlich im Wald gebunkertes Bier, bevor wir mit unserer Gruppe beteten. Bezeichnend zum Dorf habe ich von einem der damaligen Clique keine Ahnung was er heute tut, weiß vom anderen, der wenig später mein bester Freund werden sollte, das er kurzzeitig in der rechtsextremen Szene zu verorten war und von meinem damaligen besten Freund, dass er mittlerweile Vater und CDU-Wähler ist. Die Tracks aus der damaligen Zeit, die ich heute noch einwandfrei mitsingen kann sind übrigens keine (Ska-)Punksongs, sondern von Sido und Bushido.

Mit fünfzehn/sechszehn – also in der direkten Zeit nach dem letzten Meistertitels des VfBs – begannen einige Leute aus meiner Klasse mich genau für das zu feiern, für das andere mich ausgrenzten. Um mich und eine Clique in die ich hineingerutscht war herum enstand ein Freundeskreis, der mich bis zum Abitur begleiten sollte und auch musikalisch nachhaltig prägende sollte. Ich verbrachte zwar die nächsten Jahre viel Zeit in deutschen Zügen um auf Konzerte von Audiolith-Bands zu fahren oder auf den Stuttgart Kaputtraven Events im Keller Klub, doch die wohl nachhaltigste musikalische Prägung fand bei einem Campingausflug nach Gohren an den Bodensee statt. Ich hatte mittlerweile selbst angefangen zu kiffen, rauchte mit unseren Campingplatznachbarn eine Tüte und lauschte ihrer Musik. Mittlerweile hörte ich – wie es im damaligen Freundeskreis üblich war – neben sehr viel K.I.Z. auch einzelne andere Rapperinnen wie Marterias bekifftes Alterego Marsimoto. Doch die Musik die ich in Gohren hörte, war zwar aufregend aber doch vertraut. Es lief eine andere Version des K.I.Z.-Songs ‚Wir werden jetzt Stars', der mir seltsam vertraut vor kam. Meine Schwestern oder ich hatten nie wirklich Torch gehört, doch ich kannte diesen Track. Instinktiv gefiel er mir und tut es – trotz zu kritisierender sexistischer Line – bis heute. Nach den Jahren des musikalischen Umherirrens in denen ich neben allerlei Indierock vor allem die Ärzte & deutschsprachigen Indiepop – der mich ebenfalls nachhaltig prägen sollte – hörte, war ich musikalisch wieder zu Hause angekommen, hatte meine erste Liebe wiedergefunden und hatte auch wieder ein festes Umfeld in dem ich wohlfühlen konnte und das mir die Zeit vor, während und direkt nach dem Abitur definitiv um einiges erleichterte.

(Teil 2: folgt: Identitätskrise & Flucht nach vorne)