Archiv für Oktober 2014

Standortbestimmungen nach HoGeSa.

Nachdem am 26.10.2014 in Köln zwischen 3.000 & 5.000 Nazi-Hools wüteten und die Polizei oftmals nicht in der Lage war, die Nazi-Hools an ihrem Treiben zu hindern, stellt sich für alle nicht faschistischen Fußballfans die Frage ‚Was nun?‘, während einige nicht am Fußball interessierte, sich als antifaschistisch verstehende Menschen erstmal erklären mussten, was die Probleme im Fußball sind. Den Zynismus daran, dass Menschen zuhause vor ihrem PC sitzen und Fans, die, wie in Aachen und Braunschweig, jedes Wochenende in der eigenen Kurve oder, wie bei TeBe, Babelsberg und Sankt Pauli, zumindest bei Auswärtsspielen in den Kurven ihrer Gegner*innen sehen und tatsächlich spüren, welche Probleme es in den Fankurven gibt, eben diese erklären wollen, möchte ich nicht weiter kommentieren.

Was war gestern los in Köln?
Eine riesige Ansammlung von Nazis und anderen Rechtsradikalen (das mache ich an den gerufenen Parolen fest) ließen ihre schwarz-weiß-roten Fahnen zu Hause, schwangen die Schlandflaggen und nutzen die allseits anerkannte, nationalistische Fanmeilen-Stimmung nach dem Weltmeistertitel um nach eigener Aussage gegen „Salafisten“, tatsächlich aber gegen alles was nicht in ihr Weltbild passt zu hetzen. Die Gefahr die von dem im Sommer oft gefordeten, unverkrampften Patriotismus ausgeht, war an diesem Tag in Köln deutlich zu sehen und zu spüren, ebenso wie der seit längerem in einigen Fankurven bestehende Kampf zwischen oftmals jüngeren, sich antifaschistisch positionierenden Fans beziehungsweise Ultras auf der einen und oftmals älteren rechten Hools, die in den 80ern die Tribühnen dominierten, auf der anderen Seite (mehr Informationen dazu im Heft 4 des Transparent Magazins), der nun zum ersten Mal auch außerhalb der Stadien und Fanszenen wahrgenommen wurde.

Warum (Herren-)Fußball?
(Herren-)Fußball ist mittlerweile Massenphänomen, größte Jugendkultur und vor allem geeignetes Mittel um die breite Gesellschaft zu erreichen, was Nazis und andere Rechtsradikale nicht erst seit gestern wissen und versuchen. Galt die Fußlümmelei einst als undeutsch und wurde einst der deutschen Ideologie vor allem in Turnvereinen gehuldigt, so ist der Sport der Deutschen im Jahr 2014 ohne Frage der (Herren-)Fußball. Die Konsequenz des großen Interesses, welches sich in den Besucherzahlen der Stadien von Bundesliga bis Berlinliga, den Einschaltquoten im Fernsehen und den zahlreichen Fachmagazinen und Fachredaktionen innerhalb anderer Zeitungen nierderschlägt, hat auch zu Folge das gesellschaftliche Problematiken, sprichwörtlich, ins Stadion getragen werden und sich dort bisweilen noch drastischer äußern als in der breiten Gesellschaft (Beispiele sind Männlichkeitsideale, Homophobie & Sexismus). Die Ursachen hier für liegen aber mitnichten in der Struktur des Sports, sondern viel mehr in der Funktion denn der (Herren-)Fußball für viele hat: ein Ventil. Im Stadion kann man sich gehen lassen, abschalten & dem (von zu vielen empfundenen) Diktat der politischen Korrektheit entfliehen. Das möchten sich viele nicht von antifaschistischen oder anderern Antidiskriminierungs-Initiativen nehmen lassen, was sich im Ruf nach einer unpolitischen Kurve niederschlägt.

Was sind Hooligans?
Hooligans sind allgemein weder gewaltbereit noch per se rechts. Hooligans prügeln sich gerne für ihren Verein und sind somit per Definition gewaltsuchend, statt gewaltbereit (um die Termini der Polizei zu benutzen) und können jedwedem politischen Lager angehören. Wer sich näher mit dem allgemeinen Phänomen der Hooligans auseinandersetzen will, dem sei der Film ‚Football Factory‘ und die daran anknüpfende Dokumentationsreihe ‚International Football Factories‘ ans Herz gelegt. Was gestern allerdings in Köln unterwegs waren, das waren Nazis oder Rechtsradikale die unter dem (im Fußball von Rechten gerne verwendeten) unpolitische Deckmantel auftreten, um ihr Gedankengut als so gesellschaftsfähig darzustellen, wie es tatsächlich ist, sich aber nur die wengistens Bundesbürger*innen zugestehen wollen. Beim Wort Nazi zeigen sich die durch das Mantra der Geschichte eingeimpften Abwehrreflexe, tritt die Ideologie dann aber mal unter anderem Namen auf, so zeigt sich die tatsächliche Mehrheitsfähigkeit dieser Ideologie. Das wissen unsere Hooligans hier und genau das möchten sie nutzen.

Was nun?
Die breite Mehrheitsgesellschaft stört sich nicht an den HoGeSas, die Polizei ist nicht bereit sie an ihrem Treiben zu hindern und der DFB trainiert in einem Stadion, das durch die Aufschrift ‚Kein Fußball den Faschisten‘ geschmückt ist erst nach ‚Neutralisierung‘ von selbigen. Es ist also die Aufgabe all jener, die sich selbst als antifaschistisch sehen, sich zur organisieren, engagieren, positionieren und gegen derartiges Gedankengut zu handeln, es ist die Aufgabe jeder Fankurve im Stadion sich aktiv gegen Rechts zu positionieren und den Protest & Aktivismus auch außerhalb des Stadions weiter zu tragen.

KEIN FUSSBALL DEN FASCHIST*INNEN.

Mehr zum Thema:
Danny Hollek – Gedanken zu Nazi-“Hooligans gegen Salafisten”
Publikative.org – Die alte Garde meldet sich zurück
Vice – Damit es die Muslime nicht tun

Tag 3 (Blog Edit)

Über eine Tanzdemo in Amsterdam.

Sollen oder werden in Berlin linke Freiräume geschlossen, hat dies logischerweise und konsequenterweise eine Demo zur Folge, in der sich gewaltbereite schwarzgekleidete auf Krawallgebürstete Cops auf der einen und die spaßbefreite Kapuzenpolizei aus der ’schwarzen Legebatterie‘ (Frau Potz) gegenüberstehen. Als wir mit Vla & anderen Köstlichkeiten bewaffnet, zurück zum Student*innenwohnheim, in dem wir vorübergehend wohnen, liefen und dort die schwarz-roten Fahnen wehen sahen erwarteten wir folglich ähnliches, doch erstens kam es anders und zweitens als man denkt. Eine bunte Linke Subkultur, beziehungsweise diverse Linke Subkulturen veranstalten mit circa 9 auf verschiedenste Weise dekorierten Lautis eine Tanzdemo während des städtischen Tanzfestivals für den Erhalt linker Subkultur. Die üblichen Fahnen& Symbole waren jedoch das einzige was uns vom deutschen Pandon, das durchaus etwas mehr zu bieten hat als die von mir polemisch beschriebenen schwarzen Kapuzenpullover, bekannt war. Als die Demo gegen 18 Uhr ein zweites Mal am Student*innenwohnheim vorbei zog, schlossen wir uns ihr und dem Wagen der Dutch Acid Family an. Kaum Polizei und wenn dann in Form von Streifenpolizist*innen begleitete die Demo, die zusätzlich durch den Konsum von Alkohol (dessen Konsum in Niederlande auf der Straße verboten ist) & Cannabis mehr einer Party als einer steifen Demo glich. Es wurde nicht nur für Freiräume demonstriert, sondern Teil der Stadt wurden für die Dauer der sechsstündigen Demo selbst zum Freiraum dessen Verteidigung attraktiver ist, als den der Kapuzenpolizei. Über zwei Brücken, auf deren dekorativen gut zwei Meter hohen Bögen Menschen tanzten, zog die Demo zum Wasser, wo sie als ein kleines Open Air endete. Auch wenn diese Demo mit Sicherheit keine Reinform der Emanzipation war, wichtig und schön war sie alle Mal.

Hey Mr. Blumio, du kommst nicht auf meine Party.

Hey Blumio,
galtest du einst, auch und gerade in linken Kreisen, wegen propangierten Kuschelantifaschismus & einem Track gegen Homophobie, als vorzeigbarerer Rapper, so lässt sich spätestens heute sagen: Blumio lädt nicht nur Nazis auf seine Parties ein, er stört sich auch nicht an ihrer Ideologie.

So hatte der werte Herr, dessen politisches Rapformat ‚Rap Da News‘ mit Koljahs Aussagen über politischen Rap ausreichend kommentiert wurde, in eben jenem Rapformat am 9.11 in einem Track anlässlich des 9. Novembers nichts besseres zu tun, als Israel einer Art zweiten ‚Judenverfolgung‘ zu bezichtigen. Und auch heute schlägst du, politischer Rapper der du bist, im selben Format wieder zu. Xavier Naidoo ist kein Nazi?

Du machst einen Song um Xavier zu verteidigen? Der Typ der für Mahnwichtel & Reichsbürger singt, Freiheit für Deutschland fordert & mit Kool Savas antisemitische Verschwörungstheorien, Homophobie & Sprechgesang kombiniert, wird von dir verteidigt? Auf deiner Facebookseite erntest du dafür nun Applaus, von den Nazis die du auf deine Party eingeladen hast.

Hey Mr. Blumio, du kommst nicht auf meine Party.

XOXO,
Chucky

(k)eine wahre geschichte

David ist 85 Jahre alt, in seinem Leben hat er Deutschland fast noch nie verlassen. Er verbrachte den Großteil seines Lebens in der Nähe von Stuttgart. Er sah nie einen Grund von hier fortzugehen. Hier war er Lehrer an einem Gymnasium für Geschichte und Politik, bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1990. In den Jahren in dem die Mauer fiel, Deutschland wieder aus der eigenen Asche aufstieg und sich wieder vereinte dachte er das erste Mal daran das Land zu verlassen. Es war der Sommer 1991, als er im Radio von den rassistischen Pogromen erfuhr und die Welt nicht mehr verstand. Er fühlte sich fremd im eigenen Land und bemerkte das er hier niemals wirklich zu Hause war.

„31,9% der Befragten sind der Meinung des Juden den Holocaust zu ihrem eigenen Vorteil nutzen.“*

Als er 8 Jahre alt war, wurden ihm seine Eltern genommen und er verlor nach und nach seine ganze Familie. Seine Cousins und Cousinen, seine Onkels und Tanten, seine Brüder und Schwester, seine Eltern und Großeltern. Er überlebte nur in den Zwischenwänden der Wohnung seines besten Freundes. Als der große Schrecken vorbei war und in Stuttgart statt der roten Flagge mit weißem Kreis und schwarzem Kreuz, nun Sterne und Streifen wehten fasste er den Entschluss zu handeln. Er 18 Jahre alt und entschloss sich Lehrer zu werden, die Geschichte zu lehren, das der furchtbare Schrecken den er erlebt hatte sich nie wiederholen möge. „Nie wieder“ waren die beiden Worte, die sich in sein Hirn einbrannten.

„14,4% der Befragten sind der Meinung das Juden durch ihr Verhalten an der Verfolgung mitschuldig sind.“*

Während seiner Jugend & Studienzeit war er begeistert, von der amerikanischen Kultur die durch die G.I.s ins Land kam. Den die Menschen, denen diese Kultur gehörte, diese Menschen hatten ihm das Leben gerettet. Diese Menschen hatten ihn befreit. Er begann zu rauchen, um auszusehen wie James Dean und er träumte davon die Menschen so zu begeistern, wie es Elvis tat. Mit dieser Sympathie eckte er sowohl bei Professoren und Professorinnen, als auch bei Kommilitonen und Kommilitoninnen an. Sie zeigten Unverständnis dafür, dass er der furchtbaren Kultur einer Nation frönte, die das Land in dem er lebte ins Verderben gestürzt haben soll.

Nachdem er mit seinem Lehramt begonnen hatte und im Jahre 1965 die Tochter eines amerikanischen G.I.s geheiratet hatte, begannen in West-Deutschland gerade seine ältesten Schüler und einige Studenten, die Truppen die ihn befreiten und die Familie seiner Ehefrau mit den Menschen gleichzusetzen von denen sie ihn befreit hatten. Auch musste er zur selben Zeit, für seine goldene Davidstern-Kette, die letzte Erinnerung an seine Mutter, Beleidigungen ernten. Er musste sich für die „mörderische Politik“ eines Landes rechtfertigen, dass er noch nie betreten hatte. Er wurde plötzlich wieder beschuldigt, für Dinge verantwortlich zu sein, die er niemals getan hatte, geschweige denn jemals tun wollte.

„24,2% der Befragten finden Juden, durch die israelische Politik immer unsympathischer.“*

Zur selben Zeit fiel es ihm schwer, sich im links-politischen Spektrum zu engagieren. Denn die Menschen, deren Eltern seine Eltern ermordeten, machten ihn zum Täter. Auch zu dieser hatte er keine Chance sich heimisch zu fühlen, sich als „deutsch“ zu fühlen.In eine Rolle gedrängt empfand er mittlerweile Sympathie mit dem einzig jüdischen Staat, doch Deutschland zu verlassen kam ihm nicht in den Sinn. Er hatte als Lehrer einen Auftrag und bestärkt durch Thesen von Intellektuellen, wie Adorno, wollte er niemals aufhören mit der Kraft der Worte, gegen Antisemitismus vorzugehen.

Es kam das Jahr 1970 und die Anschläge auf Jüdinnen, Juden und jüdische Einrichtungen in Deutschland begannen. Die Menschen, die von Antifaschismus redeten und sich gegen die Ex-Nazis, die in einigen Behörden saßen, auflehnten zündeten nun Bomben im Hof einer jüdischen Gemeinde. Für David war es nun gänzlich unmöglich, sich politisch zu betätigen. Es gab die, die ihm nicht konsequent genug gegen Rassismus und andere Übel entgegentraten und es gab die, die ihn zum Täter machten. Als im Jahre 1972, die Welt sich an Spielen erfreute und zur gleichen Zeit auf deutschen Boden Juden ermordet wurden, fiel es ihm schwer zu schlafen. Regelmäßig verfolgten ihn die alten Bilder. Regelmäßig schreckte er Nachts auf, weil er wieder in den Zwischenwänden saß. Ganz alleine, voller Angst. Seine Frau, versuchte ihn zu überreden endlich wegzugehen, um endlich in Ruhe leben zu können. Der Kinder wegen, denn mittlerweile war er Vater zweier Mädchen geworden. Doch er gab nicht auf, „Nie wieder!“ hatte er sich geschworen und dafür stand er jeden morgen auf.

Das Land, das ihn befreit hatte wurde immer unbeliebter in Deutschland und auch das Land, in das er Flüchten könnte, wenn er wollte, erfreute sich nicht der größten Beliebtheit. Die Deutschen redeten von Pazifismus und von Frieden und versuchten dem Land die Demokratie zu erklären, dass die funktionierende Demokratie erst nach Deutschland brachte. Auch seine Schüle äußersten sich im Unterricht kritisch gegenüber den Vereinigten Staaten, ebenso wie sie sichtlich gelangweilt waren, wenn er ihnen vom furchtbarsten Schrecken, der jemals auf der Welt vorhanden war, erzählte.

Kurz vor seiner Pensionierung, das andere Deutschland war im Inbegriff zu scheitern, musste er das erste Mal seit Jahren wieder weinen. Das Leben hatte ihn hartgemacht. All die Schmäh, all der Hass und all die Wut die er ertragen musste, hatte seine Spuren hinterlassen. Doch als ein Schüler, gerade mal 12 Jahre alt, einen Witz erzählte und alle Anwesenden lachten konnte er nicht anders. Er schloss sich in der Lehrertoilette ein und weinte. Er kannte diesen Witz, nur das letzte Mal hatte er ihn von 2 Männern gehört, die einen Ledermantel trugen, er konnte sich kaum nach an diese Männer erinnern, er konnte nicht viel erkennen durch das kleine Loch das sein Fenster zur Welt war, aber er konnte sich noch an die dreckige Lache erinnern die der ältere der beiden Männer hatte. Sie trieb ihm immer noch Angst und Furcht ein.
Die paar Monate, die er noch bis zu seiner Pensionierung hatte lief er gebückt durch die Schule. Er hatte sein einziges Ziel im Leben nicht erreicht. Er war gescheitert.

„19.5% der Befragten sind der Meinung, dass Juden mit ihren Ideen für Unfrieden sorgen.“*

Als er in Pension ging, fuhr er mit seiner Frau für 3 entspannende Monate nach Israel, nach Tel Aviv, ans Meer. Es tat ihm gut einfach nur er selbst sein zu können und sich dafür nicht rechtfertigen zu müssen. Doch er wusste auch, dass er seine Aufgabe noch nicht erfüllt hatte, dass er immer noch etwas verändern konnte ihn seiner Heimat. Seine Heimat, war ein Land in dem er sich fremd fühlte.

Als Anfang der 90er Asylbewerber*innen Heime brannten und wieder tausend Menschen den Flammen zusahen und sich wieder von „einigen wenigen Brandstiftern“ treiben ließen, kochte er innerlich vor Wut. Er war nicht wütend auf die, die das Asylbewerber*innen Heim in Brand gesteckt hatten. Nein, seine Wut galt der Nation, dem Staat und dem Volk, das kaum hatte es die Strafe der Teilung abgesessen, zuschaute und applaudierte.

Und auch heute kann er sich nicht wohl fühlen, wenn er all die Fahnen sieht und die Gesänge hört, in jedem zweiten Sommer.

„20,4% der Befragten sind der Meinung, dass Juden zu viel Einfluss aus die öffentliche Meinung in Deutschland habe.“

Auch heute, leidet er noch Qualen, wenn er von „jüdischer Weltverschwörung“ lesen muss oder hört. Doch auch heute sind es noch zwei Worte, an die er jeden Tag denken muss:
„NIE WIEDER!“

Mit * gekennzeichnete Aussagen beziehen sich auf die Studie „Mitte im Umbruch“ der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahre 2012.

Nur zwei kleine Gedanken zu Hafti.

Am 28-11-2014 erscheint mit ‚Russisch Roulette‘ das vierte Haftbefehl-Album und als Vorgeschmack darauf erschienen heute zwei Videos in einem: ‚Ihr Hurensöhne / Saudi Arabi Money Rich‘. Abgesehen davon, dass Hafti es schafft innerhalb von 4:24 derartig viele Referenzen einzubauen und ein Kunstwerk das seines gleichens sucht abliefert, zeigt Haftbefehl mal wieder das er bezüglich Antisemitismus reflektierter ist als die meisten Schreiberlinge der SZ.

1.) ‚Nachdem ich mein Juwelier treffe aus Israel.‘
Eine an sich harmlose Textzeile in der Israel ein Land wie jedes andere scheint und genau deshalb ist sie erwähnenswert. Positiver konotiert war Israel im deutschen Straßenrap seit Jahren nicht mehr und insbesondere, wenn mensch zurück an die szeneinternen Auseinandersetzung mit Israel den letzten Sommer denkt, zeigt sich welche Sonderstellung Hafti mit einer solchen Zeile einnimmt.

2.) Eine Gang bestehend aus orthodoxen Juden, mit denen Haftbefehl rumhängt als sei es das normalste der Welt. Nochmal: Juden, nicht negativ konotiert in einem deutschen Straßenrap-Video.

Und wieder einmal zeigt Hafti ganz deutlich warum er der Babo ist.

Lesenswertes zu Haftbefehl & Antisemitismus:
Publikative: ‚Nicht jeder Rüpel ist ein Antisemit‘
Gold&Glitzer: ‚Hafti & die Juden von der Börse‘
Emma & Fritz: ‚Haftbefehls ambivalente Befreiung vom Antisemitismus‘