Archiv für August 2015

Remix Contest

sas

Brumm. Brumm. Sheesh.
Wir – PRSLM – hätten gerne drei Remixe als Bonusdreck für das nächste Release. Leider hat David Guetta keine Zeit, Dexter hat kein Bock und Egotronic machen mittlerweile Punkrock. Deswegen versuchen wir das jetzt mit einem Remixcontest.

1) PM schreiben welchen Song* ihr remixen wollt.
2) Ihr bekommt die Spuren und bastelt was daraus.
3) Die besten (oder warscheinlich einzigen) drei Remixe landen als Bonusdreck auf dem nächsten Release und werden mit Pfeffi, Sternburg und Liebe überhäuft.

Einsendeschluss ist der dritte Oktober.

Für Spuren bitte eine Mail an chuckygold@gmx.de oder FB Nachricht an PRSLM.

*Bisher haben wir ein Release mit 6 Songs und einem Outro.

Frttnbd.

Nach Nachtigall, Katzengold und Delfinarium ist Küken des Orbits das vierte Album von Frittenbude. Auf Vogel, Katze und Delfin folgt nun also ein Küken. Auf Lieder um durch die Nacht zu fliegen, auf Lieder für Katzen und Kater, auf Lieder um frei durch das Meer zu schwimmen folgen nun Lieder für ein Küken im Orbit. Lieder für ein frischgeborenes, kleines Wesen im großen weiten Weltraum. Doch fangen wir mit dem Beginn an:

Der Legende nach begann alles während einer Autofahrt zum Pfingst-Open-Air in Passau, das kaputte Autoradio – eine aus heutiger Sicht glückliche Fügung – zwang die drei zu eigenen Beats zu singen und zu rappen. Noch vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums erlangten Frittenbude unter Fans der Kombination elektronische Tanzmusik und Punkattitüde, durch Remixe der Ravepunkveteranen Egotronic und der Indielegenden Kettcar, einiges an Berühmtheit.

Im November 2008 konnte man mit Nachtigall zum ersten Mal eine Platte der Jungs aus Geisenhausen im Plattenladen erstehen. Ordentlich Rums, viel Acid, Pandabären und klare politische Positionierungen wurde uns von Schranz Beckenbauer, Rüdiger Streuner und Josef Utzenbacher kredenzt. Musik zum Ausrasten. Entsprechend zur inhaltlichen Ausrichtung und dem Sound der Platte verhielten sich die Konzerte. In jeder Stadt ein Abriss, in manchen sogar zwei, drei oder vier. Zusammen mit Egotronic – dem antideutschen Flaggschiff des gemeinsamen Labels Audiolith – bildete Frittenbude ein verlässliches Team der Schande.

Im Jahr 2010 entwickelten sie sich mit dem zweiten Album Katzengold konsequent weiter. Die Musik wurde poppiger, die Texte weniger plakativ verloren jedoch nichts an vorhandener politischer Schärfe. Mit Platz 57 gelang ihnen auch für eine Woche ein kurzer Aufenthalt in den Albumcharts und bei der gemeinsamen Tour mit Egotronic spielten Frittenbude von nun an nicht mehr vor, sondern nach Egotronic. Trotz Ausflug in die Charts blieb es weiterhin dabei: Frittenbude ist vor allem eine Liveband. Eine Band die gefühlt überall spielte und – trotz einem vermeintlichen poppigeren Album – auch überall für ein amtliches Ausrasten sorgte.

Für Delfinarium – das dritte Album – schritten Frittenbude den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Weiter weg vom plakativen Ausrasten, mehr hin zur verträumten Musik in der man sich beim bekifften Zugfahren durch dieses verdammte Land prima verlieren konnte. Sie nahmen ihr gesamtes durch Konzerte verdientes Geld in die Hand, steckten es in Instrumente und richteten sich ein Studio ein. Aus einem Produzenten, Gitarristen und Rapper wurde endgültig eine Band. Statt am PC produzierte Sounds, spielte man nun mit analogen Synthesizern und schraubten ein Album zusammen das durchdachter wirkte als die Vorgänger, aber nichts an der Leichtigkeit verloren hatte die die Musik auf den Vorgänger Alben ausgezeichnet hatte. Die Texte waren weniger greifbar, weniger plakativ als noch auf Nachtigall und auch technisch entwickelte sich der Sprechgesang deutlich weiter. Man könnte sich weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass Frittenbude nun erwachsen geworden sind.

Die große Frage, wie die Band die alten Songs und die neuen in ein gemeinsames Liveset integrieren wollte, stellte sich nun nach der Veröffentlichung. Können die alten Songs im neuen Style gespielt werden, ohne ihre Kraft zu verlieren? Ja, sie können. Musikalisch bekamen die alten Songs im neuen Gewand mehr tiefe, mehr Ebenen und verloren dabei nichts an ihrer Energie. Und so zogen Frittenbude zwei weitere Jahr durch das Land mit ihrer Musik.

Statt im gewohnten Rhythmus – also alle zwei Jahre – das nächste Album zu veröffentlichen, schlossen sich Frittenbude 2014 komplett in ihrem Studio ein. Nur ein einziges Konzert bei der Demonstration gegen die Einheitsfeierlichkeiten in Hannover wurde gespielt. Das Ergebnis dieses Rückzugs in die eigenen vier Studio Wände ist nun Küken des Orbits. Anders als zu vor scheinen Frittenbude ihren Sound nun gefunden zu haben, denn statt der großen Schritte zwischen Nachtigall, Katzengold und Delfinarium scheint sich Sound nur feinjustiert zu sein. Der Style bleibt im Großen und Ganzen der Gleiche, jedoch ohne das dadurch Langeweile aufkommen könnte. Textlich trifft kritische Selbstreflexion auf eine Beobachtungsgabe. So sind politische Songs weniger plakativ und greifbar, stattdessen persönlich und selbstkritisch. Wobei das Label politisch sowieso im Kontext dieses Albums zu leicht falsch verstanden werden könnte, zu komplex sind die Texte auf dem Album um ihnen eine lineare Intention zu sprechen zu können.

Frittenbude im Jahr 2015 sind immer noch Frittenbude. Frittenbude im Jahr 2015 werden auf Bühnen immer noch ein Abriss abliefern. Frittenbude im Jahr 2015 haben ihren eigenen Sound und lassen sich trotz Sprechgesang nicht als Rapact einordnen, trotz Gitarre nicht als Indieband einordnen, trotz ausproduzierter Beats nicht als Elektroact einordnen. Frittenbude im Jahr 2015 sind Frittenbude.

Frittenbude – Küken des Orion
Bei Audiolith: http://audiolith.net/shop/frittenbude

Frittenbude – Küken des Orion – Tour 2015
Dates & Tickets: http://bit.ly/1GDBr2t

Antizionismus ist Antisemitismus.

In letzter Zeit tauchen immer wieder Texte einer antikapitalistischen nichtweißen Gruppe im Aufbau auf die sich an Zionismus und Antideutschen abarbeiten. Nachdem ich in schon regelmäßig immer wieder Kritik gegenüber Antideutschen kommentiert habe, werde ich das auch dieses Mal tun. Der zweite Texte der Gruppe der sich mit Israelsolidarität und Antideutschen befasst trägt schon den vielversprechenden Titel: Zionisten sind Rassisten!

Das die deutsche Staatsräson der Israelsolidarität einzig und alleine geostrategische Interessen verfolgt ändert nichts an der Notwendigkeit einer Schutzmacht für Juden und Jüdinnen. Das das ‚antideutsche‘ Nie Wieder sich eben gerade vom staatstragenden unterscheidet lässt sich bei genauerer Analyse von beidem sicherlich sehr schnell erkennen, sofern man es denn will. Das Abschieben von Antisemitismus auf migrantische Jugendliche mag zwar der deutschen Staatsräson dienlich sein, hat aber mit antideutscher Kritik am deutschen Wesen recht wenig zu tun. Antisemitismus hat sich in Deutschland immer sehr wohl gefühlt und muss nicht importiert werden. Im Gegenteil der eliminatorische Antisemitismus deutscher Prägung wurde exportiert und fand über Umwege heim ins Reich.

Die Autor*innen sagen sie würden das Nie Wieder mittragen sofern es sich gegen ‚antijüdischen Rassismus‘ richte, nicht aber wenn daraus Israelsolidarität einhergehen würde. Das heißt im Klartext, dass sie es eben nicht mittragen. Das bedeutet, dass ihre Ablehnung von dem was sie ‚antijüdischen Rassismus‘ – was ich im folgenden als Antisemitismus bezeichnen werde – dort aufhört, wo sich Jüdinnen und Juden selbst verteidigen. Dort wo aus einem Lippenbekenntnis die notwendige Reaktion auf Antisemitismus wird. Eigentlich müsste die Debatte an dieser Stelle sofort beendet werden, dann mit Leuten die Juden und Jüdinnen die Selbstverteidigung absprechen ist kein Frieden zu machen. Viel mehr darf mit ihnen kein Frieden gemacht werden. Ich kommentiere den Text weiter, weil er doch typisch ist für vieles was zu dieser Thematik aus bestimmten Kreisen geäußert wird.

Die Geschichte um Blumenthal und Sheen – die Gysi auf die Toilette jagten – wird hier erneut ausgerollt und erneut dienen zwei Antisemiten als Kronzeugen für die Verbrechen des Zionismus. Über Sheen schrieb der BAK Shalom anlässlich des Vorfalls um Gysi treffenderweise „Der kanadisch-israelische Journalist David Sheen bedient sich ausschließlich einer Sprache der Zuspitzung, um auf den auch in Israel existenten Rassismus gegenüber anderen Minderheiten hinzuweisen. Dabei rückt er die innerisraelischen Zustände an die des Nationalsozialismus heran, indem er etwa von einer “AfriKristallnacht” spricht, die es in Israel gegen Flüchtlinge aus Afrika gegeben hätte. Seine Gleichsetzung des unglaublichen Leids, welches die Nationalsozialisten über die europäischen Jüdinnen und Juden gebracht haben, mit rassistischen Momenten, die – wie in allen anderen Staaten auch – in der israelischen Gesellschaft existieren, verdeutlicht, dass es ihm dabei um nichts weiteres als eine Dämonisierung des Staates Israel geht. Auch Max Blumenthal setzt die Politik Israels mit dem NS-Regime oder der islamistischen Terrormiliz “Islamischer Staat” gleich und bezeichnet israelische Soldaten als “Judäo-Nazis”.“ Damit lässt sich die angeblicke Kritik Sheens sehr schnell nach wissenschaftlichen Maßstäben als Antisemitismus entlarven, zumindest für die jenigen die Antisemitismus wissenschaftliche begreifen wollen. Verzichtet man aber zum Einen auf die Analyse des Antisemitismus und macht aus ihm einfach eine spezielle Form von Rassismus und wählt zum Anderen statt Wissenschaftlichkeit die Betroffenheit als Maßstab, wird es schwer mit der Analyse. Stattdessen lässt sich durch derartige Ignoranz von wissenschaftlicher Analyse mit Antisemiten wie Sheen und Blumenthal als Kronzeugen gegen Israel agitieren.

Zionismus ist die politische Überzeugung einen jüdischen Staat zur Verteidigung der Juden gegen Antisemitismus zu brauchen – über die praktische Umsetzung dieser Überzeugung lässt sich streiten und das tut man in Israel auch. Aber das ist den Autor*innen egal, es geht ihnen ja nicht darum Kritik zu üben sondern ihrem Ressentiment gegenüber Israel freien Lauf zu lassen. Dafür wird dann auch Emma Goldmann aus dem Jahr 1938 zitiert und es wird verschwiegen, dass sich Situation für Juden in Europa in den folgenden 7 Jahren noch drastisch verschlimmern sollte. In ihrer Kritik behandelt sie den potenziellen jüdischen Staat als einen Staat von vielen – womit ihr eben die Besonderheiten des Antisemitismus abhanden kommen. Für die Autor*innen des Textes ist allerdings nur die Kritik am jüdischen Staat relevant, denn als überzeugte nationale Befreiungskämpfer kritisieren sie nicht Nationen und auch eine allgemeine Staatskritik wie die des Gegenstandpunkt ist für sie nicht wichtig: denn es geht hier um die Delegitimisierung des jüdischen Staates und nicht darum allgemeine Kritik an Nationen und Staaten zu üben. Auch wenn es der allgemeinen Kritik an Staat und Nation an der Ausdifferenzierung von Besonderheiten mangelt, so macht sie immerhin nicht den Fehler den jüdischen Staat dafür zu kritisieren das er ein Staat ist. Solange es Staaten gibt braucht es einen jüdischen Staat zur Verteidigung der Juden gegenüber Antisemitismus – aber das sich Juden gegen Antisemitismus verteidigen wollen nur die wenigsten.

Wenn die Autor*innen dann noch mit „„Nie wieder“ kann deshalb nicht heißen, dass wir „demokratische Errungenschaften“ und den bürgerlichen Staat verteidigen. „Nie wieder“ heißt, dass wir eben diesen Staat zu Fall bringen, bevor er in seiner nächsten Krise entscheidet, sich wieder in einen faschistischen zu verwandeln.“ offenbaren sie ihre fatalen Analysen von Nationalsozialismus und Faschismus. Denn es waren gerade die bürgerlichen Staaten Groß Britaniens, Kanadas, Australiens und der USA die dem Nationalsozialismus Paroli geboten haben und es ist gerade die Errungenschaft des bürgerlichen Staates die Menschen vor faschistischer Willkür zu schützen.

syd

Auf der Suche nach einem Update (1).

Lieber Chefket,
am Freitag kam dein Album raus und 2012 veröffentlichtest du einen Track mit Kaveh, Pyranja, B-Lash, Holger Burner & DJ Werd. Der ehemalige Arbeitgeber von Marcus Staiger und Zugezogen Maskulin schrieb damals: „Im Nahen Osten wird derzeit von allen Seiten mal wieder das Kriegsbeil ausgegraben. Kaveh, Pyranja, B-Lash, Chefket, Holger Burner und DJ Werd sind damit nicht einverstanden und sprechen sich in ihrem von B-Lash auch produzierten Song “Iran (Update)” sehr deutlich gegen einen möglichen Krieg gegen Iran aus. Ob man die Meinung der rappenden Protagonisten, die den Iran vor allem als Opfer fremder geostrategischer Interessen sehen, nun teilen mag oder nicht – ein begrüßenswert klares und eindeutiges Statement gegen Krieg und andere Formen der Gewalt ist der Song auf jeden Fall – und somit eine hervorragende Grundlage für eine Diskussion.“

Das ich da anderer Meinung bin – dürfte dir vielleicht nicht bekannt sein, aber den Leser*innen dieses Blogs. Jeden Falls machst du einen Track mit bekannten Antisemiten wie Kaveh und Holger Burner für eine stalinistische Organisation (SDAJ). Bevor ich meine Kritik äußere erstmal die Frage: Wie stehst du heute dazu? Bist du immer noch auf der Suche nach einem Update?

XOXO,
Chucky

Wenn zwei sich streiten, schlägt sich der dritte auf eine Seite.

In letzter Zeit tauchen immer wieder Texte einer antikapitalistischen nichtweißen Gruppe im Aufbau auf die sich an Zionismus und Antideutschen abarbeiten. Nachdem ich in schon regelmäßig immer wieder Kritik gegenüber Antideutschen kommentiert habe, werde ich das auch dieses Mal tun. Alles fängt – mal wieder – mit dem Al Quds Marsch an.

Ziel der Gruppe war es beide Seiten – als Marsch und Gegegenproteste – zu kritisieren. Darin liegt auch schon der erste Fehler, das bürgerliche Gegenbündnis unterscheidet sich vom Antifaschistischen doch sehr, was der LAK Shalom Berlin in seinem Redebeitrag auch betont. Wenn also im Text die Rede vom No-Al-Quds-Tag-Bündnis die Rede ist, stellt sich die Frage welches gemeint ist. Ein Blick in die Fußnoten beantwortet das sehr schnell. Die Kritik arbeitet sich am bürgerlichen Bündnis ab.

Im Text werden dann teilnehmende Nazis auf dem Marsch erstmal ignoriert und vom Antisemiten Grassmann ist keine Rede. Stattdessen wird der Protest zu einer muslimischen Angelegenheit mit ein paar orthodoxe Juden. Diese Analyse ist fatal, denn gerade der Al Quds Marsch zeigt doch die Zusammenarbeit deutscher Nazis mit den autoritären Auswüchsen des politischen Islam. Gerade hier zeigt sich doch wie die deutsche Ideologie erst in den Iran exportiert werden konnte, um danach in dieser Allianz auf deutschen Straßen gegen Juden im Auftrag des Irans marschieren zu können. Wenn ich auch den Ansatz der marxistischen Religionskritik – die aus dieser Analyse folgt – als Kommunist durch aus teilen kann, so liegt dieser Religionskritik hier doch die falsche Analyse zu Grunde. Aus genau diesem Grund erachte ich es hier auch nicht für weiter nötig diese Religionskritik im Detail aus zu führen.

Als gemeinsame Nenner werden Antizionismus und „antijüdischer Rassismus“[sic!] genannt. Das im Jahr 2015 Antisemitismus immer noch als antijüdischer Rassismus betrachten werden kann und in CW-Kreisen auch gerne getan wird ist wahrscheinlich eines der größten Probleme für die Arbeit gegen Antisemitismus. Das pädagogische Zentrum FFM greift diese Unterscheide auf und zitiert hier für Eckmann: „Wo Rassismus Ungleichheit und Unterlegenheit des „Andern“ betont, beruht Antisemitismus vor allem auf Verschwörungstheorien und Vorstellungen von der Übermacht der Juden.“ Als Elsässer noch für die Bahamas schrieb brachte er diesen Unterscheid auf die polemische Formel der Feindschaft gegen „Übermenschen“ (Antisemitismus) und „Untermenschen“ (Rassismus) und erklärte worin – seiner Meinung nach – die Ursache für rassistische statt antisemitische Pogrome in Deutschland zu suchen sei: „Der wichtigste Grund, wieso sich in Deutschland die nationalistische Massenbewegung vor allem gegen die „Untermenschen“ richtet, also rassistisch artikuliert, und nicht gegen die „Übermenschen“, also antisemitisch, ist also darin zu suchen, daß diese Gesellschaft nach wie vor zu den Weltmarktgewinnern gehört und deswegen die Kundschaft für deformierten Antikapitalismus nicht sehr zahlreich ist.“

Als Beleg für die Erkenntnis, dass Antizionismus hier nur ein Codewort für „antijüdischen Rassismus“ sei tauchen dann Nazis wie Schmidtke doch noch auf der Demonstration auf. Diese Analyse allerdings weiter voran zu treiben und Antisemitismus als Bindeglied des autoritären politischen Islam und deutscher Nazis zu betrachten und Antizionismus als solchen schon als Antisemitismus zu entlarven erachten die Autor*innen hier nicht für notwendig. Denn es ist eben nicht so das der Antizionismus „neben Religion“ ein gemeinsamer Nenner ist, sondern das die autoritäre politische Ausprägung dieser Religion unter anderem auf Grund des Antizionismus/Antisemitismus ein Bündnis mit nationalsozialistischer Ideologie eingeht.

Womit die Autor*innen bei der Kritik an den bürgerlichen Gegenprotesten angelangt wären. Ich verweise an dieser Stelle nochmals auf die Rede desLAK Shalom Berlin, da ich diese wichtige kritische Distanzierung des Antifaschistischen Bündnisses gegenüber dem Bürgerlichen Bündnis erachte.

Was nun folgt verhöhnt die Überschrift: „Wenn zwei sich streiten“. Obwohl das Antifa Bündnis – auf dessen Kundgebung sich sicherlich einige Antideutsche finden ließen – nicht erwähnt wird, ist nun von der falschen Analyse der Antideutschen des palästinensischen Befreiungskampfes die Rede. Was es an einem völkischnationalistischen, auf Blut und Boden basierenden und mit antisemitischer Ideologie und antisemitischen Mörderbanden ausgestatteten Befreiungskampf anders zu analysieren gibt, weiß ich nicht. Aber die Autor*innen liefern prompt die Antwort. Schuld an der momentan „islamistisch-konservativen“ Ausprägung dieses Befreiungskampfes beziehungsweise die Ankurbelung dieser Ausprägung haben nämlich die jenigen die diese Ausprägung kritisieren. Der Vorwurf gegenüber Antideutschen – wo auch immer die jetzt herkommen, so war doch stets vom bürgerlichen Bündnis die Rede – ist ihre falsche Solidarisierung. Sie würden die Hamas kritisieren statt sich mit den Kommunist*innen in Palästina zu solidarisieren. Sie würden sich mit der Schutzmacht der Juden und Jüdinnen solidarisieren, anstatt mit Menschen die diese Schutzmacht sabotieren wollen. Die Überschrift wird also dadurch verhöhnt, dass man sich eben nicht zwischen zwei Seiten stellt sondern explizit auf die eine – nur eben irgendwie anders.

Es wird dann wieder einmal alles was sich israelsolidarisch gibt in einen Topf geworfen und Antideutsche berufen sich plötzlich auf die deutsche Staatsräson – ein letzter Verweis auf die Rede des LAK Shalom Berlin. Auf einmal wird vom Antifa-Büdnis gesprochen, dem es bewusst egal sein soll das Solidarität mit den Opfern von Antisemitismus und das Beharren auf das Recht der Opfer sich selbst zu verteidigen im direkten Widerspruch zu linken Grundauffassungen steht.

Kurz vor Schluss dann der übliche rhetorische Verweis auf antizionistische Israelis – deren Antizionismus erst durch eine vom Antisemitismus befreite israelische Gesellschaft ermöglicht wird – und auf antizionistische jüdische Intellektuelle – mit Äußerungen aus dem Jahr 1938 also vor bekannt werden der nationalsozialistischen Verbrechen. Zum Abschluss folgt dann die Forderung nach einer richtigen Palästinasolidarität. Mit kommunistischer Ästhetik und der Nation anstatt der Klasse als revolutionäres Subjekt.

obama