Immer noch ein Feindbild


„Arthur Harris war Oberbefehlshaber der Royal Air Force und im Zweiten Weltkrieg verantwortlich für die Flächenbombardements auf deutsche Städte, was letztlich ebenfalls Ausdruck eines imperialistischen Krieges war.“

[1]

Die (National)sozialisten in und um die Linksjugend marschieren wieder gegen jene – die aus der Shoah die Konsequenzen einer Israelsolidarität ziehen und sich in Opposition zur deutschen Ideologie stellen. Sie rufen zur Intifada [sic] gegen Antideutsche auf und nehmen dabei körperliche Angriffe gegenüber Genoss*innen billigend in Kauf. Denn Antideutsche sind für sie „pro-imperialistische, arbeiterInnenfeindliche und neoliberale Strömung“. Belegt wird der Vorwurf nicht, denn es sind Fremdbezeichnungen ohne Hintergründe.

Sie bemängeln, dass man wegen eines Antrages vom lezten Bundeskonkgress nicht mehr Israel kritisieren könne. Jedoch trifft das nur zu, wenn die Kritik an Israel sich antisemitischer Stereotype bedienen muss. Aber das muss sie wohl in diesen Kreisen, in denen ein israelischer Panzer – wohlgemerkt ein Panzer der praktischen Kampf gegen Antisemitismus macht, während deutsche Linke dabei zuschauen wie antisemitische Parolen gerufen werden – auf einem Sticker Grund zum Ausschluss eines Landesarbeitskreises ist. Am Sticker der kurdischen Kämpfer*innen wurde sich nicht gestört, obwohl dieser ebenso zur „Verherrlichung von Kriegsgerät“ beitrug.

Einen Begriff von der Arbeit des BAK Shaloms haben sie so wenig, wie sie ihn von Antisemitismus haben. Denn zur Shoah führte ihrer Meinung: der „Imperialismus als Weltsystem“[sic]. Nicht die deutsche Ideologie, dass deutsche Volk und der flächendeckend getragene Antisemitismus. Nein der Imperialismus! Und in dieser Logik wird dann auch (siehe obiges Zitat) der Krieg der Alliierten gegen Nazideutschland kritisiert.

„Wir erinnern uns an die Attacken auf die Linken in NRW“ und ich erinnere mich daran, wie Shalomies die einen LAK in NRW gründen wollten körperlich angegriffen worden sind. Die angeblich angegriffenen Linken organisierten „eine Demonstration in Solidarität mit dem palästinensischen Volk und gegen den Krieg“ auf der antisemitische Parolen gerufen worden sind, die für sie kein Grund zum Eingreifen waren. Sie waren Teil jenes Mobs, der im Sommer 2014 das Leben für Juden in Deutschland noch ein Stück weniger erträglich machte und beschweren sich nun, dass sie dafür Opfer von difusen „Attacken“ wurden, die sie nicht einmal weiter benennen können. Aber dadurch das sie erklären, das „die bürgerliche Presse […] genutzt“ wurde, zeigen sie recht deutlich was das wohl für „Attacken“ waren: es war Kritik.

„Denn hinter den Antideutschen steht eine weitaus größere Kraft.“ Ein Satz der sich wie ein Paradebeispiel antisemitischer Kritik ließt, denn natürlich gibt es Akteure die im Hintergrund die Antideutschen installiert haben für größere Pläne. In diesem Fall sind es „die FührerInnen der LINKEN und auch manch FührerIn von [´solid]“. Auch diese Behauptung sind fernab jeder Realität, weder sind Antideutsche – und damit sind jene gemeint, die mehr als nur israelsolidarische Linke sind – besonders interessiert daran in deutschen Parlamenten zu sitzen, noch haben sie irgendwie einen derartigen Rückhalt in der Linkspartei oder der angeschlossenen Rosa-Luxemburg-Stiftung.

„Wer sich konsequent gegen die Antideutschen zur Wehr setzen will“, sie bekämpfen und ausrotten will(?) „muss nicht nur eine entschiedene Auseinandersetzung gegen die Antideutschen, sondern gegen ihren Verbündeten – den Reformismus in [´solid] und LINKE führen.“

Ich habe mich in der Vergangenheit mit dem ‚Antideutsch-Vorwurf‘ in der Piratenpartei befasst und immer wieder sagten Piraten, die Vorwerfenden hätten keinen Begriff davon was Antideutsch ist. Nun, dass hat Revolution auch nicht. Antideutsche bleiben die Feindbilder zwischen den Stühlen, die unbequemen Kritiker an dogmatischen Positionen, die man hassen und sich so in einer Gemeinschaft mit anderen Hassenden befinden kann. Der kleinste gemeinsame Nenner vieler Bewegungen war stets der Antisemitismus, der Hass auf die Antideutschen hat hier eine ähnliche Funktion. Was für Stalin die Kosmopoliten waren, sind für diese Genoss*innen die Antideutschen.

Die einzige Konsequenz daraus: weitermachen.
Israel bis zum Kommunismus.

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[1] Grundlage: Wer sind die Anti-Deutschen
Alle weiteren Zitate aus [2] Intifada in [’solid]


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