Antizionismus ist Antisemitismus.

In letzter Zeit tauchen immer wieder Texte einer antikapitalistischen nichtweißen Gruppe im Aufbau auf die sich an Zionismus und Antideutschen abarbeiten. Nachdem ich in schon regelmäßig immer wieder Kritik gegenüber Antideutschen kommentiert habe, werde ich das auch dieses Mal tun. Der zweite Texte der Gruppe der sich mit Israelsolidarität und Antideutschen befasst trägt schon den vielversprechenden Titel: Zionisten sind Rassisten!

Das die deutsche Staatsräson der Israelsolidarität einzig und alleine geostrategische Interessen verfolgt ändert nichts an der Notwendigkeit einer Schutzmacht für Juden und Jüdinnen. Das das ‚antideutsche‘ Nie Wieder sich eben gerade vom staatstragenden unterscheidet lässt sich bei genauerer Analyse von beidem sicherlich sehr schnell erkennen, sofern man es denn will. Das Abschieben von Antisemitismus auf migrantische Jugendliche mag zwar der deutschen Staatsräson dienlich sein, hat aber mit antideutscher Kritik am deutschen Wesen recht wenig zu tun. Antisemitismus hat sich in Deutschland immer sehr wohl gefühlt und muss nicht importiert werden. Im Gegenteil der eliminatorische Antisemitismus deutscher Prägung wurde exportiert und fand über Umwege heim ins Reich.

Die Autor*innen sagen sie würden das Nie Wieder mittragen sofern es sich gegen ‚antijüdischen Rassismus‘ richte, nicht aber wenn daraus Israelsolidarität einhergehen würde. Das heißt im Klartext, dass sie es eben nicht mittragen. Das bedeutet, dass ihre Ablehnung von dem was sie ‚antijüdischen Rassismus‘ – was ich im folgenden als Antisemitismus bezeichnen werde – dort aufhört, wo sich Jüdinnen und Juden selbst verteidigen. Dort wo aus einem Lippenbekenntnis die notwendige Reaktion auf Antisemitismus wird. Eigentlich müsste die Debatte an dieser Stelle sofort beendet werden, dann mit Leuten die Juden und Jüdinnen die Selbstverteidigung absprechen ist kein Frieden zu machen. Viel mehr darf mit ihnen kein Frieden gemacht werden. Ich kommentiere den Text weiter, weil er doch typisch ist für vieles was zu dieser Thematik aus bestimmten Kreisen geäußert wird.

Die Geschichte um Blumenthal und Sheen – die Gysi auf die Toilette jagten – wird hier erneut ausgerollt und erneut dienen zwei Antisemiten als Kronzeugen für die Verbrechen des Zionismus. Über Sheen schrieb der BAK Shalom anlässlich des Vorfalls um Gysi treffenderweise „Der kanadisch-israelische Journalist David Sheen bedient sich ausschließlich einer Sprache der Zuspitzung, um auf den auch in Israel existenten Rassismus gegenüber anderen Minderheiten hinzuweisen. Dabei rückt er die innerisraelischen Zustände an die des Nationalsozialismus heran, indem er etwa von einer “AfriKristallnacht” spricht, die es in Israel gegen Flüchtlinge aus Afrika gegeben hätte. Seine Gleichsetzung des unglaublichen Leids, welches die Nationalsozialisten über die europäischen Jüdinnen und Juden gebracht haben, mit rassistischen Momenten, die – wie in allen anderen Staaten auch – in der israelischen Gesellschaft existieren, verdeutlicht, dass es ihm dabei um nichts weiteres als eine Dämonisierung des Staates Israel geht. Auch Max Blumenthal setzt die Politik Israels mit dem NS-Regime oder der islamistischen Terrormiliz “Islamischer Staat” gleich und bezeichnet israelische Soldaten als “Judäo-Nazis”.“ Damit lässt sich die angeblicke Kritik Sheens sehr schnell nach wissenschaftlichen Maßstäben als Antisemitismus entlarven, zumindest für die jenigen die Antisemitismus wissenschaftliche begreifen wollen. Verzichtet man aber zum Einen auf die Analyse des Antisemitismus und macht aus ihm einfach eine spezielle Form von Rassismus und wählt zum Anderen statt Wissenschaftlichkeit die Betroffenheit als Maßstab, wird es schwer mit der Analyse. Stattdessen lässt sich durch derartige Ignoranz von wissenschaftlicher Analyse mit Antisemiten wie Sheen und Blumenthal als Kronzeugen gegen Israel agitieren.

Zionismus ist die politische Überzeugung einen jüdischen Staat zur Verteidigung der Juden gegen Antisemitismus zu brauchen – über die praktische Umsetzung dieser Überzeugung lässt sich streiten und das tut man in Israel auch. Aber das ist den Autor*innen egal, es geht ihnen ja nicht darum Kritik zu üben sondern ihrem Ressentiment gegenüber Israel freien Lauf zu lassen. Dafür wird dann auch Emma Goldmann aus dem Jahr 1938 zitiert und es wird verschwiegen, dass sich Situation für Juden in Europa in den folgenden 7 Jahren noch drastisch verschlimmern sollte. In ihrer Kritik behandelt sie den potenziellen jüdischen Staat als einen Staat von vielen – womit ihr eben die Besonderheiten des Antisemitismus abhanden kommen. Für die Autor*innen des Textes ist allerdings nur die Kritik am jüdischen Staat relevant, denn als überzeugte nationale Befreiungskämpfer kritisieren sie nicht Nationen und auch eine allgemeine Staatskritik wie die des Gegenstandpunkt ist für sie nicht wichtig: denn es geht hier um die Delegitimisierung des jüdischen Staates und nicht darum allgemeine Kritik an Nationen und Staaten zu üben. Auch wenn es der allgemeinen Kritik an Staat und Nation an der Ausdifferenzierung von Besonderheiten mangelt, so macht sie immerhin nicht den Fehler den jüdischen Staat dafür zu kritisieren das er ein Staat ist. Solange es Staaten gibt braucht es einen jüdischen Staat zur Verteidigung der Juden gegenüber Antisemitismus – aber das sich Juden gegen Antisemitismus verteidigen wollen nur die wenigsten.

Wenn die Autor*innen dann noch mit „„Nie wieder“ kann deshalb nicht heißen, dass wir „demokratische Errungenschaften“ und den bürgerlichen Staat verteidigen. „Nie wieder“ heißt, dass wir eben diesen Staat zu Fall bringen, bevor er in seiner nächsten Krise entscheidet, sich wieder in einen faschistischen zu verwandeln.“ offenbaren sie ihre fatalen Analysen von Nationalsozialismus und Faschismus. Denn es waren gerade die bürgerlichen Staaten Groß Britaniens, Kanadas, Australiens und der USA die dem Nationalsozialismus Paroli geboten haben und es ist gerade die Errungenschaft des bürgerlichen Staates die Menschen vor faschistischer Willkür zu schützen.

syd


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