Profit aus der eigene Geschichte schlagen.

Nicht trotz sondern wegen nationalsozialistischer Vernichtungskriege und Shoah bombadierte Deutschland Jugoslawien.
Nicht trotz sondern wegen nationalsozialistischer Vernichtungskriege und Shoah erklären Deutsche dem jüdischen Staat wie er sich zu verteidigen hat.
Nicht trotz sondern wegen nationalsozialistischer Vernichtungskriege und Shoah ist Deutschland wieder ein Global Player.

Deutschland hat erkannt, wie man aus Auschwitz doch noch Profit schlagen kann. Diese Erkenntnis und nichts außer dieser Erkenntnis ist der Grund, warum es in Berlin vor NS-Ausstellungen nur so wimmelt. Diese Erkenntnis und nichts außer dieser Erkenntnis ist der Grund, warum der Zoo anscheinend bereitwillig seine Nazivergangenheit und die Enteignung jüdischer Aktionär*innen aufarbeitet.

Die einzigen die dabei zu kurz kommen: die tatsächlichen Opfer. So stellt die Kampagne „Make Zoo Pay“ treffendweise fest: „In der BRD ist es mittlerweile Tradition, zu diesem Thema pathetische Reden zu halten und sich in Bekenntnissen über die deutsche Schuld an der Shoah zu übertreffen. Doch all das wohlfeile Gerede von Verantwortung führt selten zu materieller Entschädigung. Obwohl Deutschland einerseits durch die Enteignung, andererseits auch mittels der Zwangsarbeit sowie der Ausplünderung der von Deutschland kontrollierten Gebiete finanziell enorm profitierte.

Angefangen bei den viel zu niedrigen „Wiedergutmachungszahlungen“ der jungen Bundesrepublik an Israel, die wohlgemerkt aus politischem Kalkül und nicht aus einem schlechten Gewissen heraus geleistet wurden, mussten sich viele Opfer des deutschen Vernichtungswahns, wenn überhaupt, mit heuchlerischen Gesten und symbolischen Beträgen begnügen. Heute mangelt es vielen der noch lebenden Holocaustüberlebenden allerdings gerade an finanzieller Unterstützung für das Nötigste.


(Bild via: makezoopay.tumblr.com)

Weil es immer noch einerseits darum geht, dem postnazistischen Global Player in den Rücke zu fallen und andererseits keine materielle Entschädigung für die Opfer des Nationalsozialismus zu hoch sein kann, möchte ich mir der Forderung der Kampagne nur anschließen: „Wir fordern, dass die Zoologischer Garten Berlin AG und das an ihr beteiligte Land Berlin die Nachfahren der rechtmäßigen Anteilseigner ausfindig macht und ihnen endlich eine Entschädigung zahlt – samt dem Wertzuwachs, den die Aktie seitdem durchlaufen hat. Momentan ist die Aktie rund 4000 Euro wert, mindestens diese Summe wäre also angemessen. Bei einem regelmäßigen Jahresumsatz im unteren zweistelligen Millionenbereich und jährlich rund 3 Millionen Besuchern sollte dies möglich sein.“

Wirklich viel ist bisher – trotz einer Anfrage an den Senat – nicht passiert. Es wird lediglich betont, was ohnehin schon klar und absolut inakzeptabel ist: „Im Zentrum der Wiedergutmachung des Unrechts in der Zeit des Nationalsozialismus steht […] heute nicht individuelle Restitution sondern öffentliche Aufarbeitung und Erinnerungsarbeit.“

Doch die Forderung nach Entschädigung bleibt so lange bestehen bis sie erfüllt worden ist.

#MakeZooPay


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