Hey fellow Deutschrap Kids

Hey fellow Deutschrap Kids,

ich habe gerade D.I.Y. von Trettmann gehoert und mich hat selten ein Deutschrap Album so wuetend gemacht.

Wer Mark Fischer“s Essay zu „Another Grey World“ gelesen hat und entsprechende behandelte Musik gehoert hat, kann sich Trettmann auch sparen: es ist das deutsche Pandon zu Trends aus der UK und den USA, was an sich ja gar nicht so schlimm waere. Meistens ist es sogar besser, wenn deutsche Musiker versuchen nicht-deutscher Musik nachzueifern (vgl. dazu Scooter & HP Baxxter’s „Style from the U.K.“).

Doch die Resignation. Der totale Fatalismus, der aus jedem Autotune Sing Sang und jeder hallende Snare trieft, treibt den Wunsch die gesamten Geraetschaften der KitschKrieg Gang zu zerschlagen.
Trettmann schildert eine graue und traurige Welt, ohne Anfang und ohne Ende. Ohne Geschichte, Gegenwart oder Zukunft. Alles ist da. Warum weisz keiner und an ein Ende glaubt sowieso keiner mehr. „There’s no alternative!“ hiesz es bei Thatcher, als „Capitalist Realism“ hat Mark Fischer genau das versucht begrifflich zu begreifen.

Das Bestehende wird zwar als trist und grau wahrgenommen, aber eben als bestehend affirmativ angenommen. Es ist da und laedt durch das Arrangement sogar noch zum melancholischen Tanz ein.
Verachtete Adorno noch das Vergnuegen der Kulturindustrie der 40er als Konformismus, so muss heute konstantiert werden, dass in dem Vergnuegen wenigstens noch ein Versprechen – wenn auch niemals eingeloest – steckte. Das durch die Warenform schon immer korrumpierte Versprechen der Popmusik ist aufgehoben – jedoch nicht durch dessen Verwirklichung in einer befreiten Gesellschaft. Statt Versprechen und warenfoermigen Zukunftsversprechen, gibt es eine graue Welt zur der Mann melancholisch mit dem Kopf nicken kann.

Was da bleibt ist wohl nur der hauntologische Rueckgriff auf eine Popkultur in der es wenigstens noch den (lorrumpierten) Glauben an eine bessere Welt gab. Oder eben Wut. Oder beides.


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